Linux repositories inspector
17 Januar 2020
APT 2.0.1

apt

Command-line package manager for Debian packages

NAME

apt_preferences - Voreinstellungssteuerdatei f\(:ur APT

BESCHREIBUNG

Die APT-Einstellungsdatei /etc/apt/preferences und Teildateien im Verzeichnis /etc/apt/preferences.d/ k\(:onnen benutzt werden, um zu steuern, welche Versionen von Paketen zur Installation ausgew\(:ahlt werden.
Es k\(:onnten mehrere Versionen eines Pakets zur Installation verf\(:ugbar sein, wenn die Datei sources.list(5) Bez\(:uge zu mehr als einer Distribution enth\(:alt (zum Beispiel stable und testing). APT weist jeder verf\(:ugbaren Version eine Priorit\(:at zu. Unter Ber\(:ucksichtigung von Abh\(:angigkeitsbedingungen w\(:ahlt apt-get die Version mit der h\(:ochsten Priorit\(:at zur Installation aus. Die APT-Einstellungen setzen die Priorit\(:aten au\(sser Kraft, die APT den Paketversionen standardm\(:a\(ssig zuweist, was dem Benutzer die Kontrolle dar\(:uber gibt, welche zur Installation ausgew\(:ahlt wird.
Es k\(:onnten mehrere Instanzen der gleichen Version eines Paketes verf\(:ugbar sein, wenn die Datei sources.list(5) Bez\(:uge zu mehr als einer Quelle enth\(:alt. In diesem Fall l\(:adt apt-get die Instanz herunter, die in der Datei sources.list(5) als erstes aufgelistet ist. Die APT-Einstellungsdatei beeinflusst die Wahl der Instanz nicht, nur die Wahl der Version.
Eigenschaften sind in der Hand eines Systemadministrator ein gro\(sse St\(:arke, k\(:onnen aber auch sein gr\(:o\(sster Albtraum werden, wenn sie unvorsichtig benutzt werden. APT wird die Eigenschaften nicht in Frage stellen, so dass deshalb falsche Einstellungen zu nicht installierbaren Paketen oder falschen Entscheidungen w\(:ahrend des Upgrades f\(:uhren k\(:onnen. Sogar noch mehr Probleme treten auf, wenn mehrere Distributions-Releases ohne gutes Verst\(:andnis der folgenden Abs\(:atze gemischt werden. Pakete, die in einem speziellen Release enthalten sind, sind nicht in \(:alteren und neueren Releases oder zusammen mit Paketen unterschiedlicher Releases getestet und funktionieren daher nicht immer wie erwartet. Sind wurden gewarnt.
Beachten Sie, dass die Dateien im Verzeichnis /etc/apt/preferences.d in alphanumerisch aufsteigender Reihenfolge ausgewertet werden und der folgenden Namenskonvention unterliegen: Die Dateien haben entweder keine oder \(Fcpref\(Fo als Dateierweiterung und sie enthalten nur alphanumerische Zeichen, Bindestriche (-), Unterstriche (_) oder Punkte (.). Andernfalls wird APT einen Hinweis ausgeben, dass es eine Datei ignoriert hat, falls die Datei nicht auf ein Muster in der Konfigurationsliste Dir::Ignore-Files-Silently passt - in diesem Fall wird sie stillschweigend ignoriert.

APTs Standardpriorit\(:atszuweisungen

Wenn es keine Einstellungsdatei gibt oder es in der Datei keinen Eintrag gibt, der sich auf eine bestimmte Version bezieht, dann ist die dieser Version zugewiesene Priorit\(:at, die Priorit\(:at der Distribution zu der die Version geh\(:ort. Es ist m\(:oglich, eine Distribution auszuzeichnen, \(Fcdas Ziel-Release\(Fo, die eine h\(:ohere Priorit\(:at erh\(:alt, als dies bei anderen Distributionen standardm\(:a\(ssig der Fall ist. Das Ziel-Release kann auf der apt-get-Befehlszeile oder in der APT-Konfigurationsdatei /etc/apt/apt.conf gesetzt werden. Beachten Sie, dass dies Vorrang vor einer allgemeinen Priorit\(:at hat, die Sie, wie sp\(:ater beschrieben, in der Datei /etc/apt/preferences setzen, aber nicht vor bestimmten mit Pinning festgehaltenen Paketen. Beispielsweise
apt-get install -t testing irgendein_Paket
APT::Default-Release "stable";
Wenn das Ziel-Release angegeben wurde, dann benutzt APT den folgenden Algorithmus, um die Priorit\(:aten der Versionen eines Paketes zu setzen. Zuweisung:
Priorit\(:at 1
zu den Versionen, die von Archiven kommen, die in deren Release-Dateien als \(FcNotAutomatic: yes\(Fo markiert sind, aber nicht als \(FcButAutomaticUpgrades: yes\(Fo wie das Archiv experimental von Debian.
Priorit\(:at 100
zu der Version, die bereits installiert ist (wenn dies der Fall ist) und zu Versionen, die von Archiven kommen, die in deren Release-Dateien als \(FcNotAutomatic: yes\(Fo und \(FcButAutomaticUpgrades: yes\(Fo markiert sind, wie das Debian-Backports-Archiv seit squeeze-backports.
Priorit\(:at 500
zu den Versionen, die nicht zum Ziel-Release geh\(:oren.
Priorit\(:at 990
zu den Versionen, die zum Ziel-Release geh\(:oren.
Die h\(:ochste dieser Priorit\(:aten, deren Beschreibung zu der Version passt, wird der Version zugewiesen.
Wenn das Ziel-Release nicht angegeben wurde, dann weist APT einfach allen installierten Paketversionen eine Priorit\(:at von 100 und allen nicht installierten Paketversionen eine Priorit\(:at von 500 zu, au\(sser wenn Versionen aus Archiven kommen, die in deren Release-Dateien mit \(FcNotAutomatic: yes\(Fo markiert sind - diese Versionen erhalten die Priorit\(:at 1 oder die Priorit\(:at 100, falls sie zus\(:atzlich als \(FcButAutomaticUpgrades: yes\(Fo markiert sind.
APT wendet dann die folgenden Regeln an, aufgelistet in der Reihenfolge ihres Vorrangs, um zu bestimmen, in welcher Version das Paket zu installieren ist.
o
o F\(:uhren Sie niemals ein Downgrade durch, au\(sser wenn die Priorit\(:at verf\(:ugbarer Pakete 1000 \(:ubersteigt. (\(FcDowngrading\(Fo ist das Installieren einer weniger aktuellen Version, an Stelle einer aktuelleren Version. Beachten Sie, dass keine Standardpriorit\(:at von APT 1000 \(:ubersteigt. So hohe Priorit\(:aten k\(:onnen nur durch die Einstellungsdatei gesetzt werden. Beachten Sie au\(sserdem, dass Downgrading eines Paketes riskant sein kann.)
o
o installiert die Version mit der h\(:ochsten Priorit\(:at.
o
o Wenn zwei oder mehr Versionen die gleiche Priorit\(:at haben, wird die aktuellste installiert (das ist die mit der h\(:oheren Versionsnummer).
o
o Wenn zwei oder mehr Versionen die gleiche Priorit\(:at und Versionsnummer haben, die Pakete sich aber entweder in ihren Metadaten unterscheiden oder die Option --reinstall angegeben wurde, wird die nicht installierte installiert.
In einer typischen Situation ist die Version eines Paketes (Priorit\(:at 100) nicht so aktuell, wie eine der verf\(:ugbaren Versionen, die in den Quellen in der Datei sources.list(5) aufgef\(:uhrt sind (Priorit\(:at 500 oder 990). Dann wird ein Upgrade des Pakets durchgef\(:uhrt, wenn apt-get install irgendein_Paket oder apt-get upgrade ausgef\(:uhrt wird.
Seltener ist die installierte Version eines Pakets neuer als jede andere der verf\(:ugbaren Versionen. F\(:ur das Paket wird kein Downgrade durchgef\(:uhrt, wenn apt-get install irgendein_Paket oder apt-get upgrade ausgef\(:uhrt wird.
Manchmal ist die installierte Version eines Pakets aktueller, als die Version, die zum Ziel-Release geh\(:ort, aber nicht so aktuell, wie eine Version, die zu einer anderen Distribution geh\(:ort. F\(:ur ein derartiges Paket wird tats\(:achlich ein Upgrade durchgef\(:uhrt, wenn apt-get install irgendein_Paket oder apt-get upgrade ausgef\(:uhrt wird, weil mindestens eine der verf\(:ugbaren Versionen eine h\(:ohere Priorit\(:at als die installierte Version hat.

Die Auswirkungen von APT-Einstellungen

Die APT-Einstellungsdatei erlaubt dem Systemverwalter die Zuweisung von Priorit\(:aten zu steuern. Die Datei besteht aus einem oder mehreren mehrzeiligen Datens\(:atzen, die durch leere Zeilen getrennt sind. Datens\(:atze k\(:onnen eine von zwei Gestalten haben, eine spezielle Gestalt oder eine allgemeine Gestalt.
o
o Die spezielle Gestalt weist die Priorit\(:at (eine \(FcPin-Priorit\(:at\(Fo) einem oder mehreren angegebenen Paketen mit einer bestimmten Version oder einem bestimmten Versionsbereich zu. Der folgende Datensatz weist zum Beispiel allen Versionen des perl-Pakets eine hohe Priorit\(:at zu, deren Versionsnummer mit \(Fc5.20\(Fo beginnt. Mehrere Pakete k\(:onnen durch Leerzeichen getrennt werden.
Package: perl
Pin: version 5.20*
Pin-Priority: 1001
o
o Die allgemeine Gestalt weist allen Paketversionen in einer gegebenen Distribution (d.h. allen Versionen von Paketen, die in einer bestimmten Release-Datei gelistet sind) oder allen Paketversionen, die von einer speziellen Internet-Site kommen, die durch ihren vollst\(:andig dargestellten Domain-Namen identifiziert wird, eine Priorit\(:at zu.
Dieser Eintrag in allgemeiner Form in der APT-Einstellungsdatei gilt nur f\(:ur Gruppen von Paketen. Der folgende Eintrag weist zum Beispiel allen Paketversionen mit lokalem Ursprung eine hohe Priorit\(:at zu.
Package: *
Pin: origin ""
Pin-Priority: 999
Eine Mahnung zur Vorsicht: Das hier benutzte Schl\(:usselwort ist \(Fcorigin\(Fo, was zum Abgleich mit einem Rechnernamen benutzt werden kann. Der folgende Eintrag wird allen Versionen eine hohe Priorit\(:at zuweisen, die auf dem Server verf\(:ugbar sind, der durch den Rechnernamen \(Fcftp.de.debian.org\(Fo identifiziert wird.
Package: *
Pin: origin "ftp.de.debian.org"
Pin-Priority: 999
Dies sollte nicht mit der Herkunft einer Distribution verwechselt werden, wie sie in einer Release-Datei angegeben wurde. Was dem \(FcOrigin:\(Fo-Kennzeichen in einer Release-Datei folgt, ist keine Internet-Adresse, sondern ein Autoren- oder Anbietername, wie \(FcDebian\(Fo oder \(FcXimian\(Fo.
Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu Distributionen geh\(:oren, deren Archivname \(Fcunstable\(Fo ist, eine niedrige Priorit\(:at zu.
Package: *
Pin: release a=unstable
Pin-Priority: 50
Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu einer Distribution geh\(:oren, deren Codename \(Fcbullseye\(Fo ist, eine hohe Priorit\(:at zu.
Package: *
Pin: release n=bullseye
Pin-Priority: 900
Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu einer Distribution geh\(:oren, deren Archivname \(Fcstable\(Fo und deren Release-Nummer \(Fc10\(Fo ist, eine hohe Priorit\(:at zu.
Package: *
Pin: release a=stable, v=10
Pin-Priority: 500
Die Auswirkungen des trennenden Kommas ist einem \(Fcund\(Fo in der Logik \(:ahnlich: Alle Bedingungen m\(:ussen erf\(:ullt werden, dass die Pin passt. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei jedem Bedingungstyp (wie zwei \(Fca\(Fo-Bedingungen) wird nur die letzte Bedingungen gepr\(:uft.

Regul\(:are Ausdr\(:ucke und glob(7)-Syntax

APT unterst\(:utzt au\(sserdem Pinning mittels glob(7)-Ausdr\(:ucken und regul\(:aren Ausdr\(:ucken, die von \(Fc/\(Fo umschlossen sind. Das folgende Beispiel weist beispielsweise allen Paketen aus Experimental die Priorit\(:at 500 zu, bei denen der Name mit \(Fcgnome\(Fo beginnt (wie ein glob(7)-artiger Ausdruck) oder das Wort \(Fckde\(Fo enth\(:alt (wie ein erweiterter regul\(:arer POSIX-Ausdruck, der von Schr\(:agstrichen umschlossen wird).
Package: gnome* /kde/
Pin: release a=experimental
Pin-Priority: 500
Die Regel f\(:ur diese Ausdr\(:ucke ist, dass sie \(:uberall dort auftreten k\(:onnen, wo eine Zeichenkette auftreten kann. Somit weist die folgende Pin allen Paketen von einem Release seit focal die Priorit\(:at 900 zu.
Package: *
Pin: release n=focal*
Pin-Priority: 990
Falls ein regul\(:arer Ausdruck in einem Package-Feld vorkommt, ist das Verhalten dasselbe, als wenn der regul\(:are Ausdruck durch eine Liste aller Paketnamen ersetzt w\(:urde, auf die er passt. Es ist noch nicht entschieden, wie sich dies in Zukunft \(:andern wird, daher sollten Sie immer zuerst Platzhalter-Pins auflisten, so dass sie sp\(:ater spezielle Pins au\(sser Kraft setzen k\(:onnen. Das Muster \(Fc*\(Fo in einem \(FcPackage\(Fo-Feld wird selbst nicht als ein glob(7)-Ausdruck angesehen.

Pinning by source package

APT supports pinning by source packages. To pin by a source package, prepend "src:" to the package name.
For example, to pin all binaries produced by the apt source package of this APTs version to 990, you can do:
Package: src:apt
Pin: version 2.0.1
Pin-Priority: 990
Source package pinning can be combined with regular expressions and glob patterns, and can also take a binary architecture.
For example, lets pin all binaries for all architectures produced by any source package containing apt in its name to 990:
Package: src:*apt*:any
Pin: version *
Pin-Priority: 990

Wie APT Priorit\(:aten interpretiert

Die in der APT-Einstellungsdatei zugewiesenen Priorit\(:aten (P) m\(:ussen positive oder negative Ganzzahlen sein. Sie werden wie folgt interpretiert (grob gesagt):
P >= 1000
veranlasst, dass eine Version installiert wird, selbst wenn dies ein Downgrade des Pakets durchf\(:uhrt
990 <= P < 1000
veranlasst, dass eine Version installiert wird, auch wenn diese nicht vom Ziel-Release kommt, au\(sser wenn die installierte Version aktueller ist
500 <= P < 990
veranlasst, dass eine Version installiert wird, au\(sser wenn eine Version verf\(:ugbar ist, die zum Ziel-Release geh\(:ort oder die installierte Version neuer ist
100 <= P < 500
veranlasst, dass eine Version installiert wird, au\(sser wenn eine Version verf\(:ugbar ist, die zu einer anderen Distribution geh\(:ort oder die installierte Version neuer ist
0 < P < 100
veranlasst, dass eine Version nur dann installiert wird, wenn es keine installierte Version des Pakets gibt
P < 0
verhindert das Installieren der Version
P = 0
hat kein definiertes Verhalten, verwenden Sie es nicht.
Der erste Datensatz mit speziellem Format der zu einer verf\(:ugbaren Paketversion passt, legt die Priorit\(:at der Paketversion fest. Schl\(:agt dies fehl, wird die Priorit\(:at als Maximum aller Priorit\(:aten der Datens\(:atze mit generischem Format definiert, die zu einer verf\(:ugbaren Version passen. Datens\(:atze, die so definiert sind, dass sie andere Muster als \(Fc*\(Fo im Feld Pin verwenden, werden wie Datens\(:atze mit speziellem Format betrachtet.
Nehmen wir zum Beispiel an, die APT-Einstellungsdatei enth\(:alt die drei bereits gezeigten Datens\(:atze:
Package: perl
Pin: version 5.20*
Pin-Priority: 1001

Package: * Pin: origin "" Pin-Priority: 999
Package: * Pin: release unstable Pin-Priority: 50
Dann:
o
o Es wird die aktuellste verf\(:ugbare Version des Pakets perl installiert, so lange die Versionsnummer mit \(Fc5.20\(Fo anf\(:angt. Wenn irgendeine 5.20*-Version von perl verf\(:ugbar ist und die installierte Version 5.24* ist, dann wird von perl ein Downgrade durchgef\(:uhrt.
o
o Eine Version irgendeines anderen Pakets als perl, die vom lokalen System verf\(:ugbar ist, hat Priorit\(:at \(:uber andere Versionen, sogar wenn diese Versionen zum Ziel-Release geh\(:oren.
o
o Eine Version eines Pakets, dessen Ursprung nicht das lokale System ist, aber ein anderer in sources.list(5) aufgelisteter Ort und der zu einer unstable-Distribution geh\(:ort, wird nur installiert, falls es zur Installation ausgew\(:ahlt wurde und nicht bereits eine Version des Pakets installiert ist.

Festlegung von Paketversion und Distributions-Eigenschaften

Die in der sources.list(5)-Datei aufgelisteten Orte sollten Packages- und Release-Dateien bereitstellen, um die an diesem Ort verf\(:ugbaren Pakete zu beschreiben.
Die Packages-Datei wird normalerweise im Verzeichnis .../dists/Distributions-Name/Bestandteil/Architektur gefunden, zum Beispiel .../dists/stable/main/binary-i386/Packages. Sie besteht aus einer Serie mehrzeiliger Datens\(:atze, einem f\(:ur jedes verf\(:ugbare Paket in diesem Verzeichnis. In jedem Datensatz sind nur zwei Zeilen zum Setzen der APT-Priorit\(:aten relevant:
die Package:-Zeile
gibt den Paketnamen an
die Version:-Zeile
gibt die Versionsnummer f\(:ur das genannte Paket an
Die Release-Datei ist normalerweise im Verzeichnis .../dists/Distributionsname zu finden, zum Beispiel .../dists/stable/Release oder .../dists/buster/Release. Sie besteht aus einem einzelnen mehrzeiligen Datensatz, der auf alle Pakete im Verzeichnisbaum unterhalb des \(:ubergeordneten Verzeichnisses zutrifft. Anders als die Packages-Datei sind nahezu alle Zeilen in einer Release-Datei f\(:ur das Setzen von APT-Priorit\(:aten relevant:
die Archive:- oder Suite:-Zeile
benennt das Archiv, zu dem alle Pakete im Verzeichnisbaum geh\(:oren. Die Zeile \(FcArchive: stable\(Fo oder \(FcSuite: stable\(Fo gibt zum Beispiel an, dass alle Pakete im Verzeichnisbaum unterhalb des der Release-Datei \(:ubergeordneten Verzeichnisses sich in einem stable-Archiv befinden. Diesen Wert in der APT-Einstellungsdatei anzugeben w\(:urde die folgende Zeile ben\(:otigen:
Pin: release a=stable
die Codename:-Zeile
benennt den Codenamen, zu dem alle Pakete im Verzeichnisbaum geh\(:oren. Die Zeile \(FcCodename: bullseye\(Fo gibt zum Beispiel an, dass alle Pakete im Verzeichnisbaum unterhalb des der Release-Datei \(:ubergeordneten Verzeichnisses zu einer Version mit Namen bullseye geh\(:oren. Diesen Wert in der APT-Einstellungsdatei anzugeben w\(:urde die folgende Zeile ben\(:otigen:
Pin: release n=bullseye
die Version:-Zeile
benennt die Release-Version. Die Pakete im Baum k\(:onnten zum Beispiel zur Debian-Release-Version 10 geh\(:oren. Beachten Sie, dass es normalerweise keine Versionsnummer f\(:ur testing- und unstable-Distributionen gibt, weil sie noch nicht ver\(:offentlicht wurden. Diese in der APT-Einstellungsdatei anzugeben w\(:urde eine der folgenden Zeilen ben\(:otigen:
Pin: release v=10
Pin: release a=stable, v=10
Pin: release 10
die Component:-Zeile
benennt den Lizenzierungsbestandteil, die den Paketen im Verzeichnisbaum der Release-Datei zugeordnet ist. Die Zeile \(FcComponent: main\(Fo gibt zum Beispiel an, dass alle Pakete im Verzeichnisbaum von der main-Komponente stammen, was zur Folge hat, dass sie unter den Bedingungen der Debian-Richtlinien f\(:ur Freie Software stehen. Diese Komponente in der APT-Einstellungsdatei anzugeben w\(:urde die folgende Zeilen ben\(:otigen:
Pin: release c=main
die Origin:-Zeile
benennt den Urheber des Pakets im Verzeichnisbaum der Release-Datei. Zumeist ist dies Debian. Um diesen Ursprung in der APT-Einstellungsdatei anzugeben, w\(:urde die folgende Zeile ben\(:otigt:
Pin: release o=Debian
die Label:-Zeile
benennt die Beschriftung des Pakets im Verzeichnisbaum der Release-Datei. Zumeist ist dies Debian. Diese Beschriftung in der APT-Einstellungsdatei anzugeben w\(:urde die folgende Zeile ben\(:otigen:
Pin: release l=Debian
Alle Packages- und Release-Dateien, die von Orten heruntergeladen werden, die in der Datei sources.list(5) aufgelistet sind, werden im Verzeichnis /var/lib/apt/lists oder in der von der Variablen Dir::State::Lists in der Datei apt.conf benannten Datei gespeichert. Die Datei debian.lcs.mit.edu_debian_dists_unstable_contrib_binary-i386_Release enth\(:alt zum Beispiel die Release-Datei, die von der Site debian.lcs.mit.edu f\(:ur die binary-i386-Architekturdateien von der contrib-Bestandteil der unstable-Distribution heruntergeladen wurde.

Optionale Zeilen in einem APT-Einstellungsdatensatz

Optional kann jeder Datensatz in der APT-Einstellungsdatei mit einer oder mehreren Zeilen beginnen, die mit dem Wort Explanation: anfangen. Dieses stellt einen Platz f\(:ur Kommentare bereit.

BEISPIELE

Stable verfolgen

Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, allen Paketversionen eine h\(:ohere Priorit\(:at als die Vorgabe (500) zu geben, die zu einer stable-Distribution geh\(:oren und eine ungeheuer niedrige Priorit\(:at zu Paketversionen, die zu anderen Debian-Distributionen geh\(:oren.
Explanation: Deinstallieren oder nicht installieren von anderen von Debian
Explanation: stammenden Paketversionen als denen der Stable-Distribution
Package: *
Pin: release a=stable
Pin-Priority: 900

Package: * Pin: release o=Debian Pin-Priority: -10
Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen Einstellungsdatei wird jeder der folgenden Befehle APT veranlassen, ein Upgrade auf die neuste(n) stable-Version(en) durchzuf\(:uhren.
apt-get install Paketname
apt-get upgrade
apt-get dist-upgrade
Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen Pakets auf die neuste Version der testing-Distribution durchzuf\(:uhren. Von dem Paket wird kein weiteres Upgrade durchgef\(:uhrt, au\(sser wenn dieser Befehl wieder angegeben wird.
apt-get install Paket/testing

Testing oder Unstable verfolgen

Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, Paketversionen der testing-Distribution eine hohe Priorit\(:at, Paketversionen der unstable-Distribution eine niedrigere Priorit\(:at und eine ungeheuer niedrige Priorit\(:at zu Paketversionen von anderen Debian-Distributionen zuzuweisen.
Package: *
Pin: release a=testing
Pin-Priority: 900

Package: * Pin: release a=unstable Pin-Priority: 800
Package: * Pin: release o=Debian Pin-Priority: -10
Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen Einstellungsdatei wird jeder der folgenden Befehle APT veranlassen, ein Upgrade auf die neuste(n) testing-Version(en) durchzuf\(:uhren.
apt-get install Paketname
apt-get upgrade
apt-get dist-upgrade
Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen Pakets auf die neuste Version der unstable-Distribution durchzuf\(:uhren. Danach wird apt-get upgrade ein Upgrade des Pakets auf die aktuellste testing-Version durchf\(:uhren, falls diese aktueller als die installierte Version ist, andernfalls auf die aktuellste unstable-Version, wenn diese aktueller als die installierte Version ist.
apt-get install Paket/unstable

Die Entwicklung eines Codename-Releases verfolgen

Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, allen Paketen, die zu einem bestimmten Codenamen einer Distribution geh\(:oren, eine h\(:ohere Priorit\(:at als die Vorgabe (500) zu geben und Paketversionen, die zu anderen Debian-Distributionen, Codenamen und Archiven geh\(:oren, eine ungeheuer niedrige Priorit\(:at zu geben. Beachten Sie, dass APT mit diesen APT-Einstellungen der Migration eines Releases vom Archiv testing zu stable und sp\(:ater zu oldstable folgen wird. Wenn Sie zum Beispiel dem Fortschritt in testing folgen m\(:ochten, obwohl der Codename sich \(:andert, sollten Sie die Beispielkonfigurationen oberhalb benutzen.
Explanation: Deinstallieren oder nicht installieren von anderen von Debian
Explanation: stammenden Paketversionen als denen der bullseye-
Explanation: oder Sid-Distribution
Package: *
Pin: release n=bullseye
Pin-Priority: 900

Explanation: Debian-Unstable hat immer den Codenamen sid Package: * Pin: release a=sid Pin-Priority: 800
Package: * Pin: release o=Debian Pin-Priority: -10
Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen Einstellungsdatei wird jeder der folgenden Befehle APT veranlassen, ein Upgrade auf die letzte(n) Version(en) im Release mit Codenamen bullseye durchzuf\(:uhren.
apt-get install Paketname
apt-get upgrade
apt-get dist-upgrade
Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen Pakets auf die neuste Version der sid-Distribution durchzuf\(:uhren. Danach wird apt-get upgrade ein Upgrade des Pakets auf die aktuellste bullseye-Version durchf\(:uhren, wenn diese aktueller als die installierte Version ist, andernfalls auf die aktuellste sid-Version, wenn diese aktueller als die installierte Version ist.
apt-get install Paket/sid

DATEIEN

/etc/apt/preferences
Version-Einstellungsdatei. Hier k\(:onnen Sie "pinning" festlegen, d.h. eine Einstellung, um bestimmte Pakete aus einer separaten Quelle oder von einer anderen Version einer Distribution zu erhalten. Konfigurationselement: Dir::Etc::Preferences.
/etc/apt/preferences.d/
Dateifragmente f\(:ur die Versionseinstellungen. Konfigurationselement: Dir::Etc::PreferencesParts.

FEHLER

\m[blue]APT-Fehlerseite\m[][1]. Wenn Sie einen Fehler in APT berichten m\(:ochten, lesen Sie bitte /usr/share/doc/debian/bug-reporting.txt oder den reportbug(1)-Befehl. Verfassen Sie Fehlerberichte bitte auf Englisch.

\(:UBERSETZUNG

Die deutsche \(:Ubersetzung wurde 2009 von Chris Leick <> in Zusammenarbeit mit dem deutschen l10n-Team von Debian <> angefertigt.
Beachten Sie, dass diese \(:Ubersetzung Teile enthalten kann, die nicht \(:ubersetzt wurden. Dies ist so, damit kein Inhalt verloren geht, wenn die \(:Ubersetzung hinter dem Originalinhalt hinterherh\(:angt.

AUTOR

APT-Team

FU\(ssNOTEN

1. APT-Fehlerseite http://bugs.debian.org/src:apt
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