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Debian package management system

BEZEICHNUNG

deb-control - Dateiformat der Hauptsteuerdatei von bin\(:aren Debian-Paketen

\(:UBERSICHT

control

BESCHREIBUNG

Jedes bin\(:are Debian-Paket enth\(:alt die Hauptsteuerdatei control, die eine Reihe von Feldern enth\(:alt. Jedes Feld beginnt mit einer Markierung, wie Package oder Version (Gro\(ss-/Kleinschreibung egal), gefolgt von einem Doppelpunkt und dem K\(:orper des Feldes. Felder werden nur durch die Feldmarkierungen abgegrenzt. Mit anderen Worten, Feldtexte k\(:onnen mehrere Zeilen \(:uberspannen, aber die Installationswerkzeuge werden im Allgemeinen die Zeilen bei der Verarbeitung des Feldk\(:orpers zusammenfassen (mit Ausnahme des Description-Feldes, sehen Sie dazu unten).

FELDER

Package: Paketname (verpflichtend)
Der Wert dieses Feldes bestimmt den Paketnamen und wird von den meisten Installationswerkzeugen verwendet, um Dateinamen zu erstellen.
Package-Type: deb|udeb|type
Dieses Feld definiert die Art des Pakets. udeb ist f\(:ur gr\(:o\(ssenbegrenzte Pakete, wie sie vom Debian-Installer verwandt werden. deb ist der Standardwert, er wird angenommen, falls das Feld fehlt. Weitere Typen k\(:onnten in der Zukunft hinzugef\(:ugt werden.
Version: Versionszeichenkette (verpflichtend)
Typischerweise ist das die Original-Paketversionsnummer, in der Form, die der Programmautor verwendet. Es kann auch eine Debian-Revisionsnummer enthalten (f\(:ur nicht aus Debian stammende Pakete). Das genaue Format und der Sortieralgorithmus sind in deb-version(7) beschrieben.
Maintainer: Vollst\(:andiger-Name-und-E-Mail (empfohlen)
Sollte in dem Format \(BqJoe Bloggs <>\(lq sein und ist typischerweise die Person, die das Paket erstellt hat, im Gegensatz zum Autor der Software, die paketiert wurde.
Description: Kurzbeschreibung (empfohlen)
Langbeschreibung
Das Format der Paketbeschreibung ist eine kurze knappe Zusammenfassung auf der ersten Zeile (nach dem Feld Description). Die folgenden Zeilen sollten als l\(:angere, detailliertere Beschreibung verwendet werden. Jede Zeile der Langbeschreibung muss mit einem Leerzeichen beginnen und Leerzeilen in der Langbeschreibung m\(:ussen einen einzelnen \(bq.\(cq hinter dem einleitenden Leerzeichen enthalten.
Section: Sektion
Dies ist ein allgemeines Feld, das das Paket in eine Kategorie einordnet, basierend auf der Software, die es installiert. Einige \(:ubliche Sektionen sind utils, net, mail, text, x11 usw.
Priority: Priorit\(:at
Setzt die Bedeutung dieses Pakets in Bezug zu dem Gesamtsystem. \(:Ubliche Priorit\(:aten sind required, standard, optional, extra usw.
Die Felder Section und Priority haben eine definierte Menge an Werten, abh\(:angig von den jeweiligen Distributionsrichtlinien.
Installed-Size: Gr\(:o\(sse
Die ungef\(:ahre Gesamtgr\(:o\(sse der vom Paket installierten Dateien, in Einheiten von KiB.
Essential: yes|no
Dieses Feld wird normalerweise nur ben\(:otigt, wenn die Antwort yes lautet. Es bezeichnet ein Paket, das f\(:ur den ordnungsgem\(:a\(ssen Betrieb des Systems ben\(:otigt wird. Dpkg oder jedes andere Installationswerkzeug wird es nicht erlauben, ein Essential-Paket zu entfernen (zumindest nicht ohne die Verwendung einer der \(Bqforce\(lq-Optionen).
Build-Essential: yes|no
Dieses Feld wird normalerweise nur ben\(:otigt, wenn die Antwort yes lautet und es wird typischerweise durch die Archivsoftware eingef\(:ugt. Es vermerkt ein Paket, das zum Bau anderer Pakete ben\(:otigt wird.
Architecture: arch|all (empfohlen)
Die Architektur spezifiziert den Hardwaretyp, f\(:ur den dieses Paket kompiliert wurde. Gel\(:aufige Architekturen sind amd64, armel, i386, powerpc usw. Beachten Sie, dass der Wert all f\(:ur Pakete gedacht ist, die Architektur-unabh\(:angig sind. Einige Beispiele hierf\(:ur sind Shell- und Perl-Skripte und Dokumentation.
Origin: Name
Der Name der Distribution, aus der dieses Paket urspr\(:unglich stammt.
Bugs: URL
Die URL der Fehlerdatenbank f\(:ur dieses Paket. Das derzeit verwendete Format ist BTS-Art://BTS-Adresse wie in debbugs://bugs.debian.org.
Homepage: URL
Die URL des Original- (Upstream-)Projekts.
Tag: Liste-von-Markierungen
Liste der unterst\(:utzten Markierungen (\(BqTags\(lq), die die Eigenschaften des Pakets beschreiben. Die Beschreibung und die Liste der unterst\(:utzten Markierungen kann in dem Paket debtags gefunden werden.
Multi-Arch: no|same|foreign|allowed
Dieses Feld wird zum Anzeigen verwandt, wie sich das Paket auf einer Multi-Arch-Installation verhalten soll.
no Dieser Wert ist die Vorgabe, falls das Feld nicht angegeben ist. In diesem Fall ist das Hinzuf\(:ugen des Feldes mit dem expliziten Wert no im Allgemeinen nicht notwendig.
same Das Paket ist mit sich selbst koinstallierbar, darf aber nicht dazu verwandt werden, die Abh\(:angigkeit irgendeines Pakets von einer anderen Architektur auf sich zu erf\(:ullen.
foreign
Das Paket ist nicht mit sich selbst koinstallierbar, aber es sollte erlaubt sein, die nichtarchitekturabh\(:angige Abh\(:angigkeit eines Pakets von einer anderen Architektur auf sich zu erf\(:ullen (falls eine Abh\(:angigkeit explizit architekturqualifiziert wurde, dann wird der Wert foreign ignoriert).
allowed
Dies erlaubt es inversen Abh\(:angigkeiten, in ihrem Feld Depends anzuzeigen, dass sie Pakete von einer fremden Architektur akzeptieren, indem sie den Paketnamen mit :any qualifizieren. Hat weiter keinen Effekt.
Source: Quellname [(Quellversion)]
Der Name des Quellpakets, aus dem dieses Bin\(:arpaket stammt, falls es sich vom Namen des Pakets selbst unterscheidet. Falls die Quellversion sich von der Bin\(:arversion unterscheidet, folgt dem Quellnamen in Klammern eine Quellversion. Dies kann zum Beispiel bei einem rein-bin\(:aren, nicht Betreuer-Upload passieren, oder wenn mittels \(Bqdpkg-gencontrol -v\(lq eine andere Bin\(:arversion gesetzt wird.
Subarchitecture: Wert
Kernel-Version: Wert Installer-Menu-Item: Wert Diese Felder werden im Debian-Installer verwandt und werden normalerweise nicht ben\(:otigt. Lesen Sie /usr/share/doc/debian-installer/devel/modules.txt aus dem Paket debian-installer f\(:ur weitere Informationen \(:uber sie.
Depends: Paketliste
Liste von Paketen, die ben\(:otigt werden, damit dieses Paket eine nicht-triviale Menge an Funktionen anbieten kann. Die Paketverwaltungssoftware wird es nicht erlauben, dass ein Paket installiert wird, falls die in seinem Depends-Feld aufgef\(:uhrten Pakete nicht installiert sind (zumindest nicht ohne Verwendung der \(Bqforce\(lq-Optionen). Bei einer Installation werden Postinst-Skripte von Paketen, die im Feld Depends aufgef\(:uhrt sind, vor den Postinst-Skripten der eigentlichen Pakete ausgef\(:uhrt. Bei der gegenteiligen Aktion, der Paket-Entfernung, wird das Prerm-Skript eines Paketes vor den Prerm-Skripten der Pakete ausgef\(:uhrt, die im Feld Depends aufgef\(:uhrt sind.
Pre-Depends: Paketliste
Liste an Paketen, die installiert und konfiguriert sein m\(:ussen, bevor dieses Paket installiert werden kann. Dies wird normalerweise in dem Fall verwendet, wo dieses Paket ein anderes Paket zum Ausf\(:uhren seines Preinst-Skriptes ben\(:otigt.
Recommends: Paketliste
Liste an Paketen, die zusammen mit diesem in allen - au\(sser in eher ungew\(:ohnlichen - Installationen enthalten w\(:aren. Die Paketverwaltungssoftware wird den Benutzer warnen, falls er ein Paket ohne die im Recommends-Feld aufgef\(:uhrten Pakete installiert.
Suggests: Paketliste
Liste an Paketen, die einen Bezug zu diesem haben und vielleicht seinen Nutzwert vergr\(:o\(ssern k\(:onnten, aber ohne die das zu installierende Paket dennoch sinnvoll nutzbar ist.
Die Syntax der Felder Depends, Pre-Depends, Recommends und Suggests ist eine Liste von Gruppen von alternativen Paketen. Jede Gruppe ist eine Liste von durch vertikale Striche (oder \(BqPipe\(lq-Symbole) \(bq|\(cq getrennte Pakete. Die Gruppen werden durch Kommata getrennt. Kommata m\(:ussen als \(BqUND\(lq, vertikale Striche als \(BqODER\(lq gelesen werden, wobei die vertikalen Striche st\(:arker binden. Jedem Paketnamen folgt optional eine Architekturspezifikation, die nach einem Doppelpunkt \(Bq:\(lq angeh\(:angt wird, optional gefolgt von einer Versionsnummer-Spezifikation in Klammern.
Eine Architekturspezifikation kann eine echte Debian-Architektur sein (seit Dpkg 1.16.5) oder any (seit Dpkg 1.16.2). Falls sie fehlt, ist die Vorgabe die aktuelle Programmpaketarchitektur. Ein echter Debian-Architekturname wird genau auf diese Architektur f\(:ur diesen Paketnamen passen, any wird auf jede Architektur f\(:ur diesen Paketnamen passen, falls das Paket als Multi-Arch: allowed markiert wurde.
Eine Versionsnummer kann mit \(bq>>\(cq beginnen, in diesem Falle passen alle neueren Versionen, und kann die Debian-Paketrevision (getrennt durch einen Bindestrich) enthalten oder auch nicht. Akzeptierte Versionsbeziehungen sind \(bq>>\(cq f\(:ur gr\(:o\(sser als, \(bq<<\(cq f\(:ur kleiner als, \(bq>=\(cq f\(:ur gr\(:o\(sser als oder identisch zu, \(bq<=\(cq f\(:ur kleiner als oder identisch zu und \(bq=\(cq f\(:ur identisch zu.
Breaks: Paketliste
Listet Paketen auf, die von diesem Paket besch\(:adigt werden, zum Beispiel in dem sie Fehler zug\(:anglich machen, wenn sich das andere Paket auf dieses Paket verl\(:asst. Die Paketverwaltungssoftware wird es besch\(:adigten Paketen nicht erlauben, sich zu konfigurieren; im Allgemeinen wird das Problem behoben, indem ein Upgrade des im Breaks-Feld aufgef\(:uhrten Pakets durchgef\(:uhrt wird.
Conflicts: Paketliste
Liste an Paketen, die mit diesem in Konflikt stehen, beispielsweise indem beide Dateien gleichen Namens enthalten. Die Paketverwaltungssoftware wird es nicht erlauben, Pakete, die in Konflikt stehen, gleichzeitig zu installieren. Zwei in Konflikt stehende Pakete sollten jeweils eine Conflicts-Zeile enthalten, die das andere Paket erw\(:ahnen.
Replaces: Paketliste
Liste an Paketen, von denen dieses Dateien ersetzt. Dies wird dazu verwendet, um diesem Paket zu erlauben, Dateien von einem anderen Paket zu ersetzen und wird gew\(:ohnlich mit dem Conflicts-Feld verwendet, um die Entfernung des anderen Paketes zu erlauben, falls dieses auch die gleichen Dateien wie das im Konflikt stehende Paket hat.
Die Syntax von Breaks, Conflicts und Replaces ist eine Liste von Paketnamen, getrennt durch Kommata (und optionalen Leerraumzeichen). Im Breaks- und Conflicts-Feld sollte das Komma als \(BqODER\(lq gelesen werden. Eine optionale Architekturspezifikation kann mit der gleichen Syntax wie oben an den Paketnamen angeh\(:angt werden; der Vorgabewert ist allerdings any statt der Architektur des Programms. Eine optionale Version kann auch mit der gleichen Syntax wie oben f\(:ur die Breaks-, Conflicts- und Replaces-Felder angegeben werden.
Enhances: Paketliste
Dies ist eine Liste von Paketen, die dieses Paket erweitert. Es ist \(:ahnlich Suggests, aber in der umgekehrten Richtung.
Provides: Paketliste
Dies ist eine Liste von virtuellen Paketen, die dieses Paket bereitstellt. Gew\(:ohnlich wird dies verwendet, wenn mehrere Pakete alle den gleichen Dienst bereitstellen. Beispielsweise k\(:onnen Sendmail und Exim als Mailserver dienen, daher stellen sie ein gemeinsames Paket (\(Bqmail-transport-agent\(lq) bereit, von dem andere Pakete abh\(:angen k\(:onnen. Dies erlaubt es Sendmail oder Exim, als g\(:ultige Optionen zur Erf\(:ullung der Abh\(:angigkeit zu dienen. Dies verhindert, dass Pakete, die von einem E-Mail-Server abh\(:angen, alle Paketnamen f\(:ur alle E-Mail-Server kennen und \(bq|\(cq zur Unterteilung der Liste verwenden m\(:ussen.
Die Syntax von Provides ist eine Liste von Paketnamen, getrennt durch Kommata (und optionalen Leerraumzeichen). Eine optionale Architekturspezifikation kann mit der gleichen Syntax wie oben an den Paketnamen angeh\(:angt werden. Falls diese fehlt, ist die Vorgabe die bin\(:are Paketarchitektur. Eine optionale genaue (\(Bqidentisch mit\(lq) Version kann auch mit der gleichen Syntax wie oben angegeben werden (seit Dpkg 1.17.11 ber\(:ucksichtigt).
Built-Using: Paketliste
Dieses Feld f\(:uhrt zus\(:atzliche Quellpakete auf, die w\(:ahrend des Baus des Bin\(:arpakets verwandt wurden. Dies dient als Hinweis f\(:ur die Archivverwaltungssoftware, dass zus\(:atzliche Quellpakete vorhanden bleiben m\(:ussen, w\(:ahrend dieses Bin\(:arpaket betreut wird. Dieses Feld muss eine Liste von Quellpaketnamen enthalten, bei denen eine strenge Versionsbeziehung \(bq=\(cq angegeben ist. Beachten Sie, dass die Archivverwaltungssoftware wahrscheinlich einen Upload ablehnen wird, bei dem eine Built-Using-Beziehung angegeben wurde, die innerhalb des Archivs nicht erf\(:ullt werden kann.
Built-For-Profiles: Profilliste (veraltet)
Dieses Feld legte eine durch Leerraumzeichen getrennte Liste von Bauprofilen fest, unter denen dieses Programmpaket gebaut wurde (von Dpkg 1.17.2 bis 1.18.18). Die bisher in diesem Feld enthaltene Informationen k\(:onnen jetzt in der Datei .buildinfo gefunden werden, die es ersetzt.
Auto-Built-Package: Begr\(:undungsliste
Dieses Feld legt eine durch Leerraumzeichen getrennte Liste von Begr\(:undungen fest, warum dieses Paket automatisch erstellt wurde. Bin\(:arpakete, die mit diesem Feld markiert wurden, werden nicht in der Hauptquellsteuerdatei debian/control auftauchen. Die einzige derzeit verwandte Begr\(:undung ist debug-symbols.
Build-Ids: ELF-Baukennungsliste
Das Feld gibt eine durch Leerraum getrennte Liste von ELF-Baukennugen an. Dies sind eindeutige Kennzeichner f\(:ur semantisch identische ELF-Objekte, f\(:ur jedes von diesen innerhalb des Pakets. Das Format oder die Art, jede Baukennung zu berechnen, ist designbedingt nicht festgelegt.

BEISPIEL

Package: grep
Essential: yes
Priority: required
Section: base
Maintainer: Wichert Akkerman <>
Architecture: sparc
Version: 2.4-1
Pre-Depends: libc6 (>= 2.0.105)
Provides: rgrep
Conflicts: rgrep
Description: GNU grep, egrep und fgrep.
 Die GNU-Familie der Grep-Werkzeuge k\(:onnte die \(Bqschnellste im Westen\(lq sein.
 GNU Grep basiert auf einem schellen \(Bqlazy-state deterministic matcher\(lq
 (rund zweimal so schnell wie der standardm\(:a\(ssige Unix-Egrep) hybridisiert
 mit einer Boyer-Moore-Gosper-Suche f\(:ur eine feste Zeichenkette, die
 unm\(:oglichen Text von der Betrachtung durch den vollen \(BqMatcher\(lq verhindert,
 ohne notwendigerweise jedes Zeichen anzuschauen. Das Ergebnis ist
 typischerweise um ein Mehrfaches schneller als Unix Grep oder Egrep.
 (Regul\(:are Ausdr\(:ucke, die R\(:uckreferenzierungen enthalten, werden allerdings
 langsamer laufen.)

FEHLER

Das Feld Build-Ids verwendet einen eher generischen Namen aus seinem urspr\(:unglichen Zusammenhang innerhalb eines ELF-Objektes, das einem sehr speziellen Zweck und ausf\(:uhrbaren Format dient.

\(:UBERSETZUNG

Die deutsche \(:Ubersetzung wurde 2004, 2006-2020 von Helge Kreutzmann <>, 2007 von Florian Rehnisch <> und 2008 von Sven Joachim <> angefertigt. Diese \(:Ubersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 2 oder neuer f\(:ur die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE HAFTUNG.
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