Linux repositories inspector
APT 1.8.0~rc4
APT 2.0.1

apt

Command-line package manager for Debian packages

NAME

sources.list - Liste konfigurierter APT-Datenquellen

BESCHREIBUNG

Die Quellenliste /etc/apt/sources.list und die in /etc/apt/sources.list.d/ enthaltenen Dateien wurden entworfen, um eine beliebige Anzahl aktiver Quellen und unterschiedlicher Quellmedien zu unterst\(:utzen. Die Dateien f\(:uhren eine Quelle je Zeile auf (einzeiliger Stil) oder enthalten mehrzeilige Abs\(:atze, die eine oder mehrere Quellen pro Absatz definieren (Deb822-Stil), bei der die bevorzugte Quelle zuerst aufgef\(:uhrt wird (im Fall, dass eine einzelne Version von mehr als einer Quelle verf\(:ugbar ist). Die Informationen \(:uber die konfigurierten Quellen werden durch apt-get update (oder einem vergleichbaren Befehl einer anderen APT-Oberfl\(:ache) beschafft.

SOURCES.LIST.D

Das Verzeichnis /etc/apt/sources.list.d stellt eine M\(:oglichkeit bereit, sources.list-Eintr\(:age in separaten Dateien hinzuzuf\(:ugen. Zwei verschiedene Formate sind, wie in den beiden n\(:achsten Abschnitten erkl\(:art, erlaubt. Dateinamen m\(:ussen abh\(:angig vom enthaltenen Format entweder eine .list- oder .sources-Endung haben. Die Dateinamen d\(:urfen nur Buchstaben (a-z und A-Z), Ziffern (0-9), Unterstrich (_), Bindestrich (-) und Punkt (.) enthalten. Andernfalls wird APT einen Hinweis ausgeben, dass es eine Datei ignoriert hat, falls die Datei nicht auf ein Muster in der Konfigurationsliste Dir::Ignore-Files-Silently passt - in diesem Fall wird sie stillschweigend ignoriert.

FORMAT MIT EINZEILIGEM STIL

Dateien in diesem Format haben die Endung .list. Jede Zeile, die eine Quelle angibt, beginnt mit einem Typ (z.B. deb-src), gefolgt von Optionen und Argumenten f\(:ur diesen Typ. Individuelle Eintr\(:age k\(:onnen nicht auf einer Folgezeile fortgesetzt werden. Leere Zeilen werden ignoriert und ein #-Zeichen irgendwo in einer Zeile kennzeichnet den Rest der Zeile als Kommentar. Ein Eintrag kann folglich durch Auskommentieren der ganzen Zeile deaktiviert werden. Falls Optionen bereitgestellt werden sollen, werden sie durch Leerr\(:aume getrennt und alle zusammen in quadratische Klammern ([]) eingeschlossen. Sie sind in der Zeile nach dem Typ enthalten und mit einem Leerraum von ihm getrennt. Falls eine Option mehrere Werte erlaubt, werden diese voneinander per Komma (,) getrennt. Ein Optionsname wird von seinem (seinen) Wert(en) durch ein Gleichheitszeichen (=) getrennt. Optionen mit mehreren Werten haben au\(sserdem -= und += als Trenner, die statt den vorgegebenen Wert durch den (die) angegebenen Wert(e) zu ersetzen, den vorgegebenen Wert \(:andern und den (die) \(:ubergebenen Wert(e) entfernen oder einschlie\(ssen.
Dies ist das traditionelle, von allen APT-Versionen unterst\(:utzte Format. Beachten Sie, dass nicht alle unten beschriebenen Optionen von allen Versionen von APT unterst\(:utzt werden. Beachten Sie au\(sserdem, dass einige \(:altere Anwendungen, die dieses Format selbst auswerten, m\(:oglicherweise nicht erwarten, dass Optionen auftauchen, da diese vor der Einf\(:uhrung der Unterst\(:utzung mehrerer Architekturen nicht \(:ublich waren.

FORMAT IM DEB822-STIL

Dateien in diesem Format haben die Endung .sources. Dieses Format hat eine \(:ahnliche Syntax wie andere von Debian und seinen Derivaten benutzte Dateien, wie Metadatendateien, die APT von den konfigurierten Quellen herunterl\(:adt oder der Datei debian/control in einem Debian-Quellpaket. Individuelle Eintr\(:age werden durch eine leere Zeile getrennt; zus\(:atzliche leere Zeilen werden ignoriert und #-Zeichen am Anfang einer Zeile kennzeichnen die ganze Zeile als Kommentar. Ein Eintrag kann daher deaktiviert werden, indem jede Zeile, die zum Absatz geh\(:ort, auskommentiert wird. Es ist \(:ublicherweise jedoch einfacher, dem Absatz das Feld \(FcEnabled: no\(Fo hinzuzuf\(:ugen, um den Eintrag zu deaktivieren. Durch Entfernen des Feldes oder indem es auf \(Fcyes\(Fo gesetzt wird, wird es wieder aktiviert. Optionen haben dieselbe Syntax wie jedes andere Feld: ein Feldname, durch einen Doppelpunkt (:) und optionale Leerr\(:aume von ihren (ihrem) Wert(en) getrennt. Beachten Sie insbesondere, dass mehrere Werte durch Leerr\(:aume (wie Leerzeichen, Tabulatoren und Zeilenumbr\(:uche) getrennt werden, nicht durch Kommas, wie im einzeiligen Format. Felder mit mehreren Werten wie Architectures haben obendrein Architectures-Add und Architectures-Remove, um den Vorgabewert zu \(:andern, statt ihn zu ersetzen.
Dies ist ein neues Format, das von APT selbst seit Version 1.1. unterst\(:utzt wird. \(:Altere Versionen ignorieren solche Dateien, wie vorher beschrieben, mit einer Benachrichtigung. Es ist vorgesehen, dieses Format schrittweise zum Standardformat zu machen und das vorher beschriebene Format mit dem einzeiligen Stil zu missbilligen, da das neue f\(:ur Menschen und Maschinen gleicherma\(ssen einfacher zu erstellen, zu erweitern und zu \(:andern ist, insbesondere dann, wenn viele Quellen und/oder Optionen beteiligt sind. Entwickler, die mit APT-Quellen arbeiten und/oder sie auswerten, sind dringend ermutigt, dieses Format zu unterst\(:utzen und das APT-Team zu kontaktieren, um diese Arbeit zu koordinieren und weiterzugeben. Benutzer k\(:onnen dieses Format bereits \(:ubernehmen, es k\(:onnten jedoch Probleme mit Software auftreten, die dieses Format noch nicht unterst\(:utzen.

DIE TYPEN \(FcDEB\(Fo UND \(FcDEB-SRC\(Fo: ALLGEMEINES FORMAT

Der deb-Typ beschreibt ein typisches zweistufiges Debian-Archiv, Distribution/Bestandteil. Distribution ist typischerweise eine Programmsammlung wie stable oder testing oder ein Codename wie buster oder bullseye w\(:ahrend Bestandteil entweder main, contrib oder non-free ist. Der deb-src-Typ beschreibt den Quellcode einer Debian-Distribution in der gleichen Form wie den deb-Typ. Eine deb-src-Zeile wird ben\(:otigt, um Quellindizes herunterzuladen.
Das Format f\(:ur zwei Eintr\(:age im einzeiligen Stil, die die deb- und deb-src-Typen benutzen, ist:
deb [ Option1=Wert1 Option2=Wert2 ] URI Suite [Bestandteil1] [Bestandteil2] [...]
deb-src [ Option1=Wert1 Option2=Wert2 ] URI Suite [Bestandteil1] [Bestandteil2] [...]
Der alternative Eintrag sieht im Format des Deb822-Stils etwa so aus:
     Types: deb deb-src
     URIs: URI
     Suites: Suite
     Components: [Bestandteil1] [Bestandteil2] [...]
     Option1: Wert1
     Option2: Wert2

Der URI f\(:ur den deb-Typ muss die Basis der Debian-Distribution angeben, wo APT die Informationen findet, die es ben\(:otigt. Suite kann einen genauen Pfad angeben. In diesem Fall m\(:ussen die Bestandteile weggelassen werden und Suite muss mit einem Schr\(:agstrich (/) enden. Dies ist n\(:utzlich, wenn nur ein bestimmtes Unterverzeichnis des vom URI angegebenen Archivs von Interesse ist. Wenn Suite keinen genauen Pfad angibt, muss mindestens ein Bestandteil angegeben sein.
Suite darf au\(sserdem eine Variable, $(ARCH), enthalten, die zur Debian-Architektur (wie amd64 oder armel) expandiert wird, die auf dem System benutzt wird. Dies erlaubt es, architekturunabh\(:angige sources.list-Dateien zu benutzen. Im Allgemeinen ist dies nur von Interesse, wenn ein genauer Pfad angegeben wird, andernfalls wird APT automatisch einen URI mit der aktuellen Architektur erstellen.
Insbesondere im Format im einzeiligen Stil k\(:onnte es n\(:otig sein, da pro Zeile nur eine Distribution angegeben werden kann, mehrere Zeilen f\(:ur den gleichen URI zu haben, falls eine Untermenge aller verf\(:ugbarer Distributionen oder Bestandteile von diesem Ort gew\(:unscht wird. APT wird die URI-Liste sortieren, nachdem es intern eine komplette Zusammenstellung erstellt hat und es wird beispielsweise mehrere Bez\(:uge zum gleichen Internet-Rechner zu einer einzigen Verbindung zusammenfassen, so dass es nicht ineffizient eine Verbindung herstellt, sie schlie\(sst, sonst etwas tut und dann erneut eine Verbindung zum gleichen Rechner herstellt. APT parallelisiert au\(sserdem Verbindungen zu verschiedenen Rechnern, um effektiver mit Sites mit niedriger Bandbreite umzugehen.
Es ist wichtig, die Quellen in der Reihenfolge ihrer Bevorzugung aufzulisten, die bevorzugte Quelle zuerst. Typischerweise resultiert dies in einer Sortierung nach Geschwindigkeit, vom schnellsten zum langsamsten (CD-ROM, gefolgt von Rechnern im lokalen Netzwerk, gefolgt von Internet-Rechnern, zum Beispiel).
Die Quellen f\(:ur Ihre Distribution k\(:onnten zum Beispiel im Format mit einzeiligem Stil so aussehen:
deb http://us.archive.ubuntu.com/ubuntu focal main restricted
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu focal-security main restricted
deb http://us.archive.ubuntu.com/ubuntu focal-updates main restricted
oder im Format mit Deb822-Stil so:
Types: deb
URIs: http://us.archive.ubuntu.com/ubuntu
Suites: focal focal-updates
Components: main restricted

Types: deb URIs: http://security.ubuntu.com/ubuntu Suites: focal-security Components: main restricted
.

DIE TYPEN DEB UND DEB-SRC: OPTIONEN

Jeder Quelleneintrag kann Optionen haben, die angegeben wurden, um zu \(:andern, auf welche Quelle zugegriffen wird und wie Daten von ihr beschafft werden. Format, Syntax und Namen der Optionen weichen, wie beschrieben, zwischen dem Format mit einzeiligem Stil und dem Format mit Deb822-Stil voneinander ab, f\(:ur beide sind jedoch dieselben Optionen verf\(:ugbar. Der Einfachheit halber wird der Deb822-Feldname aufgef\(:uhrt und der einzeilige Name in Klammern bereitgestellt. Denken Sie daran, dass Sie erg\(:anzend zum expliziten Setzen von Optionen mit mehreren Werten auch die M\(:oglichkeit haben, sie basierend auf dem Vorgabewert zu \(:andern, aber diese Namen werden hier nicht explizit aufgef\(:uhrt. Nicht unterst\(:utzte Optionen werden stillschweigend von allen APT-Versionen ignoriert.
o
o Architectures (arch) ist eine Option mit mehreren Werten, die definiert, f\(:ur welche Architekturen Informationen heruntergeladen werden sollen. Falls diese Option nicht gesetzt ist, ist die Voreinstellung alle durch die Konfigurationsoption APT::Architectures definierten Architekturen.
o
o Languages (lang) ist eine Option mit mehreren Werten, die definiert, f\(:ur welche Sprachen Informationen, wie etwa \(:ubersetzte Paketbeschreibungen, heruntergeladen werden sollen. Falls diese Option nicht gesetzt ist, werden sie f\(:ur alle durch die Konfigurationsoption Acquire::Languages definierten Sprachen heruntergeladen.
o
o Targets (target) ist eine Option mit mehreren Werten, die definiert, welche Herunterladeziele APT aus dieser Quelle versucht zu beschaffen. Ist sie nicht angegeben, wird die Voreinstellung durch den Konfigurationsbereich Acquire::IndexTargets spezifiziert (Ziele werden im Feld Created-By durch ihren Namen angegeben). Au\(sserdem k\(:onnen Ziele mittels des Felds Identifier als Option mit einem Wahrheitswert aktiviert oder deaktiviert werden, anstatt diese Option mit mehreren Werten zu benutzen.
o
o PDiffs (pdiffs) ist ein yes-/no- (Ja-/Nein-)Wert, der steuert, ob APT versuchen soll, PDiffs zum Aktualisieren alter Indexe zu benutzen, statt die ganzen neuen Indexe herunterzuladen. Der Wert dieser Option wird ignoriert, falls das Depot die Verf\(:ugbarkeit von PDiffs nicht ank\(:undigt. Sie ist auf den Wert der Option mit demselben Namen f\(:ur eine bestimmte Indexdatei voreingestellt, die im G\(:ultigkeitsbereich Acquire::IndexTargets definiert ist und die ihrerseits wiederum auf den Wert der Konfigurationsoption Acquire::PDiffs voreingestellt ist, deren Vorgabe yes ist.
o
o By-Hash (by-hash) kann die Werte yes, no oder force haben und steuert, ob APT versuchen soll, Indexe \(:uber einen URI zu beschaffen, der aus einer Hash-Summe der erwarteten Datei konstruiert wird, statt \(:uber einen gut bekannten stabilen Dateinamen. Damit k\(:onnen unpassende Hash-Summen vermieden werden, dies erfordert jedoch einen Spiegelserver, der dies unterst\(:utzt. Ein yes- oder no-Wert aktiviert/deaktiviert die Verwendung dieser Funktionalit\(:at, falls diese Quelle ihre Unterst\(:utzung anzeigt, w\(:ahrend force die Funktionalit\(:at ungeachtet der Angabe der Quelle aktiviert. Sie ist auf den Wert der Option mit demselben Namen f\(:ur eine bestimmte Indexdatei voreingestellt, die im G\(:ultigkeitsbereich Acquire::IndexTargets definiert ist und die ihrerseits wiederum auf den Wert der Konfigurationsoption Acquire::By-Hash voreingestellt ist, deren Vorgabe yes ist.
\(:Uberdies gibt es Optionen, die, falls sie gesetzt sind, alle Quellen mit demselben URI und derselben Suite beeinflussen, daher m\(:ussen sie auf alle solchen Eintr\(:agen gesetzt werden und k\(:onnen nicht zwischen verschiedenen Bestandteilen unterschieden werden. APT wird versuchen, solche Anomalien aufzusp\(:uren und Fehler auszugeben.
o
o Allow-Insecure (allow-insecure), Allow-Weak (allow-weak) und Allow-Downgrade-To-Insecure (allow-downgrade-to-insecure) sind Wahrheitswerte, deren Voreinstellung no ist. Falls sie auf yes gesetzt sind, umgehen sie Teile von apt-secure(8) und sollten daher nicht leichtfertig benutzt werden.
o
o Trusted (trusted) ist ein Wert, der drei Status annehmen kann. APT entscheidet standardm\(:a\(ssig, ob ein Paket als vertrauensw\(:urdig angesehen wird oder ob eine Warnung erscheinen soll, bevor z.B. Pakete aus dieser Quelle installiert werden. Diese Option kann benutzt werden, um diese Entscheidung au\(sser Kraft zu setzen. Der Wert yes sagt APT, dass es diese Quelle immer als vertrauensw\(:urdig ansehen soll, sogar dann, wenn sie die Authentifizierungspr\(:ufungen nicht erfolgreich durchl\(:auft. Sie deaktiviert Teile von apt-secure(8) und sollte daher nur in einem lokalen und vertrauensw\(:urdigen Umfeld (falls \(:uberhaupt) verwendet werden, da die Sicherheit andernfalls verletzt wird. Der Wert no tut das Gegenteil. Er sorgt daf\(:ur, dass die Quelle als nicht vertrauensw\(:urdig behandelt wird, sogar dann, wenn sie die Authentifizierungspr\(:ufungen erfolgreich durchl\(:auft. Der Vorgabewert kann nicht explizit gesetzt werden.
o
o Signed-By (signed-by) ist eine Option, die erfordert, dass ein Depot die apt-secure(8)-Pr\(:ufung mit einem bestimmten Satz von Schl\(:usseln, statt mit allen vertrauensw\(:urdigen Schl\(:usseln, durchl\(:auft, die f\(:ur APT konfiguriert sind. Sie wird als eine Liste absoluter Pfade zu Schl\(:usselbunddateien angegeben (m\(:ussen f\(:ur den Systembenutzer _apt zugreif- und lesbar sein, stellen Sie also sicher, dass jedermann Leserechte f\(:ur die Datei hat) sowie Fingerabdr\(:ucke von Schl\(:usseln, um diese aus Schl\(:usselbunden auszuw\(:ahlen. Falls keine Schl\(:usselbunddateien angegeben wurden, sind der Schl\(:usselbund trusted.gpg und alle Schl\(:usselbunde im Verzeichnis trusted.gpg.d/ voreingestellt (siehe apt-key fingerprint). Falls kein Fingerabdruck angegeben wurde, werden alle Schl\(:ussel in den Schl\(:usselbunden ausgew\(:ahlt. Ein Fingerabdruck wird au\(sserdem alle Signaturen eines Unterschl\(:ussels dieses Schl\(:ussels akzeptieren, falls dies nicht gew\(:unscht wird, kann ein Ausrufezeichen (!) an den Fingerabdruck angeh\(:angt werden, um dieses Verhalten zu deaktivieren. Die Option ist auf den Wert der Option mit demselben Namen voreingestellt, falls sie in der vorher beschafften Release-Datei dieses Depots gesetzt ist (allerdings k\(:onnen dadurch nur Fingerabdr\(:ucke angegeben werden). Andernfalls werden alle Schl\(:ussel in den vertrauensw\(:urdigen Schl\(:usselbunden als g\(:ultige Unterzeichner f\(:ur dieses Depot angesehen.
o
o Check-Valid-Until (check-valid-until) ist ein yes-/no- (Ja-/Nein-)Wert, der steuert, ob APT versuchen soll, Wiederholungsangriffe zu erkennen. Ein Depotersteller kann eine Zeit festlegen, bis zu der die im Depot bereitgestellten Daten als g\(:ultig angesehen werden und, falls dieser Zeitpunkt erreicht ist, aber keine neuen Daten bereitgestellt wurden, die Daten als ung\(:ultig angesehen werden und ein Fehler ausgel\(:ost wird. Neben einer Steigerung der Sicherheit, da ein b\(:oswilliger Angreifer nicht fortlaufend alte Daten senden kann, um einen Benutzer vom Upgrade auf eine neue Version abzuhalten, hilft dies Benutzern auch, Spiegelserver zu erkennen, die nicht l\(:anger aktualisiert werden. Einige Depots, wie die historischen Archive, werden jedoch absichtlich nicht mehr aktualisiert, daher kann diese Pr\(:ufung durch Setzen dieser Option auf no deaktiviert werden. Voreingestellt ist der Wert der Konfigurationsoption Acquire::Check-Valid-Until, die ihrerseits die Voreinstellung yes hat.
o
o Valid-Until-Min (valid-until-min) und Valid-Until-Max (valid-until-max) k\(:onnen benutzt werden, um die Dauer in Sekunden zu verl\(:angern oder zu verk\(:urzen, in der die Daten des Depots als g\(:ultig angesehen werden. -Max kann insbesondere dann n\(:utzlich sein, wenn das Depot kein Valid-Until-Feld in seiner Release-Datei bereitstellt, indem Sie Ihren eigenen Wert setzen k\(:onnen, w\(:ahrend -Min benutzt werden kann, um die G\(:ultigkeitsdauer auf selten aktualisierten (lokalen) Spiegelservern f\(:ur ein h\(:aufig aktualisiertes aber weniger oft erreichbares Archiv (das auch in der sources.list steht) zu erh\(:ohen anstatt die Pr\(:ufung ganz zu deaktivieren. Voreingestellt sind die Werte der Konfigurationsoptionen Acquire::Min-ValidTime und Acquire::Max-ValidTime, die standardm\(:a\(ssig jeweils nicht gesetzt sind.
o
o Check-Date (check-date) ist ein Ja-/Nein-Wert, der steuert, ob APT ber\(:ucksichtigen soll, ob die Zeit auf der Maschine korrekt ist und deshalb zeitbezogene Pr\(:ufungen durchf\(:uhren soll, wie die Pr\(:ufung, ob eine Release-Datei nicht aus der Zukunft stammt. Sie zu deaktivieren deaktiviert auch die oben erw\(:ahnte Option Check-Valid-Until.
o
o Date-Max-Future (date-max-future) steuert, wie weit aus der Zukunft ein Depot liegen darf. Voreingestellt ist der Wert der Konfigurationsoption Acquire::Max-FutureTime, die standardm\(:a\(ssig zehn Sekunden betr\(:agt.
o
o InRelease-Path (inrelease-path) legt den Pfad zur InRelease-Datei relativ zur normalen Position einer InRelease-Datei fest. Standardm\(:a\(ssig ist diese Option nicht gesetzt und APT wird versuchen, eine InRelease-Datei zu holen oder, falls dies fehlschl\(:agt, eine Release-Datei und die zugeh\(:orige Release.gpg-Datei. Durch das Setzen dieser Option wird der angegebene Pfad anstelle der InRelease-Datei probiert und der R\(:uckgriff auf Release-Dateien wird deaktiviert.

URI-BESCHREIBUNG

Die derzeit erkannten URI-Typen sind:
Das Schema \(Fchttp\(Fo gibt einen HTTP-Server f\(:ur ein Archiv an und ist die am h\(:aufigsten verwendete Methode. Der URI kann Anmeldeinformationen direkt enthalten, falls das Archiv dies erfordert, vorzugsweise sollte jedoch apt_auth.conf(5) benutzt werden. Die Methode unterst\(:utzt auch SOCKS5- und HTTP(S)-Proxys, die entweder \(:uber APT-spezifische Konfiguration eingerichtet werden oder durch die Umgebungsvariable http_proxy, die (unter der Annahme, dass ein HTTP-Proxy Authentifizierung verlangt) das Format http://Benutzer:Passwort@Server:Port/ hat. Die Einzelheiten der Authentifizierung f\(:ur Proxys k\(:onnen auch \(:uber apt_auth.conf(5) bereitgestellt werden.
Beachten Sie, dass diese Formen der Authentifizierung unsicher sind, da die ganze Kommunikation mit dem fernen Server (oder Proxy) unverschl\(:usselt ist, so dass ein Angreifer mit ausreichenden F\(:ahigkeiten die Anmeldung sowie alle anderen Interaktionen beobachten und aufzeichnen kann. Der Angreifer kann die Kommunikation nicht ver\(:andern, da das Datensicherheitsmodell von APT unabh\(:angig von der gew\(:ahlten Transportmethode ist. Einzelheiten finden Sie unter apt-secure(8).
Das Schema \(Fchttps\(Fo gibt einen HTTPS-Server f\(:ur ein Archiv an und ist bez\(:uglich Benutzung und verf\(:ugbaren Optionen dem HTTP-Schema sehr \(:ahnlich. Der Hauptunterschied besteht darin, dass die Kommunikation zwischen APT und Server (oder Proxy) verschl\(:usselt abl\(:auft. Beachten Sie, dass die Verschl\(:usselung nicht davor sch\(:utzt, dass ein Angreifer erf\(:ahrt, welcher Server (oder Proxy) mit APT kommuniziert. Eine tiefere Analyse kann m\(:oglicherweise noch offenbaren, welche Daten heruntergeladen wurden. Falls dies Sorge bereitet, k\(:onnten die nachfolgend genannten TOR-basierten Schemata eine geeignete Alternative sein.
mirror, mirror+Schema (apt-transport-mirror(1))
Das Schema \(Fcmirror\(Fo gibt den Speicherort der Spiegelserverliste an. Standardm\(:a\(ssig wird f\(:ur den Speicherort das Schema http benutzt, aber jedes andere Schema kann per mirror+Schema verwendet werden. Die Spiegelserverliste selbst kann mehrere verschiedenen URIs f\(:ur Spiegel enthalten, die der APT-Client transparent ausw\(:ahlt oder auf die er zur\(:uckgreift. Dies ist als Hilfe bei der Lastverteilung zwischen verf\(:ugbaren Spiegelservern gedacht und stellt zudem sicher, dass Clients sogar dann Daten beziehen k\(:onnen, wenn einige konfigurierte Spiegelserver nicht verf\(:ugbar sind.
file
Das file-Schema erlaubt es einem beliebigen Verzeichnis im Dateisystem, als Archiv betrachtet zu werden. Dies ist n\(:utzlich f\(:ur eingeh\(:angtes NFS und lokale Spiegel oder Archive.
cdrom
Das Schema \(Fccdrom\(Fo erlaubt APT ein lokales CD-ROM-, DVD- oder USB-Laufwerk mit Medienwechsel zu benutzen. Benutzen Sie das Programm apt-cdrom(8), um \(Fccdrom\(Fo-Eintr\(:age in der Quellenliste zu erstellen.
ftp
Das Schema \(Fcftp\(Fo gibt einen FTP-Server f\(:ur ein Archiv an. Die Verwendung von FTP geht zu Gunsten von http und https zur\(:uck und viele Archive haben entweder nie FTP-Zugriff geboten oder ziehen diesen zur\(:uck. Falls Sie diese Methode immer noch ben\(:otigen, sind daf\(:ur viele Konfigurationsoptionen im Bereich Acquire::ftp verf\(:ugbar und ausf\(:uhrlich in apt.conf(5) erkl\(:art.
Bitte beachten Sie, dass ein FTP-Proxy durch Benutzung der ftp_proxy-Umgebungsvariablen angegeben werden kann. Es ist mittels dieser Umgebungsvariable und nur dieser Umgebungsvariable m\(:oglich, einen HTTP-Proxy anzugeben (HTTP-Proxy-Server verstehen oft auch FTP-URLs). Proxys, die HTTP benutzen und in der Konfigurationsdatei festgelegt sind, werden ignoriert.
copy
Das Schema \(Fccopy\(Fo ist identisch mit dem file-Schema, au\(sser dass Pakete in das Zwischenspeicherverzeichnis kopiert werden, anstatt direkt von ihrem Herkunftsort benutzt zu werden. Dies ist f\(:ur Leute n\(:utzlich, die Wechseldatentr\(:ager benutzen, um Dateien mit APT umherzukopieren.
rsh, ssh
Die Methode \(Fcrsh/ssh\(Fo ruft RSH/SSH auf, um sich mit einem Rechner in der Ferne zu verbinden und als angegebener Benutzer auf die Dateien zuzugreifen. Es wird empfohlen, vorher Rhosts oder RSA-Schl\(:ussel zu konfigurieren. F\(:ur die \(:Ubertragung von Dateien aus der Ferne werden die Standardbefehle find und dd verwandt.
weitere zul\(:assige URI-Typen hinzuf\(:ugen
APT kann mit weiteren Methoden erweitert werden, die in anderen optionalen Paketen geliefert werden, die dem Namensschema apt-transport-Methode folgen sollten. Das APT-Team betreut zum Beispiel au\(sserdem das Paket apt-transport-tor, das Zugriffsmethoden f\(:ur HTTP- und HTTPS-URIs bereitstellt, die \(:uber das TOR-Netzwerk geleitet werden.

BEISPIELE

benutzt die lokal gespeicherten (oder per NFS eingeh\(:angten) Archive in /home/apt/debian f\(:ur stable/main, stable/contrib und stable/non-free.
deb file:/home/apt/debian stable main contrib non-free
Types: deb
URIs: file:/home/apt/debian
Suites: stable
Components: main contrib non-free
wie oben, au\(sser das dies die instabile (Entwicklungs-) Distribution benutzt.
deb file:/home/apt/debian unstable main contrib non-free
Types: deb
URIs: file:/home/apt/debian
Suites: unstable
Components: main contrib non-free
Quellenangabe f\(:ur Obiges
deb-src file:/home/apt/debian unstable main contrib non-free
Types: deb-src
URIs: file:/home/apt/debian
Suites: unstable
Components: main contrib non-free
Die erste Zeile bekommt Paketinformationen f\(:ur die Architekturen in APT::Architectures, w\(:ahrend die zweite immer amd64 und armel holt.
deb http://deb.debian.org/debian buster main
deb [ arch=amd64,armel ] http://deb.debian.org/debian buster main
Types: deb
URIs: http://deb.debian.org/debian
Suites: buster
Components: main

Types: deb URIs: http://deb.debian.org/debian Suites: buster Components: main Architectures: amd64 armel
benutzt HTTP, um auf das Archiv auf archive.debian.org zuzugreifen und nur den hamm/main-Bereich zu benutzen.
Types: deb
URIs: http://archive.debian.org/debian-archive
Suites: hamm
Components: main
benutzt FTP, um auf das Archiv auf archive.debian.org unter dem debian-Verzeichnis zuzugreifen und nur den buster/contrib-Bereich zu benutzen.
deb ftp://ftp.debian.org/debian buster contrib
Types: deb
URIs: ftp://ftp.debian.org/debian
Suites: buster
Components: contrib
benutzt FTP, um auf das Archiv auf ftp.debian.org unter dem debian-Verzeichnis zuzugreifen und nur den unstable/contrib-Bereich zu benutzen. Falls diese Zeile zusammen mit der aus dem vorherigen Beispiel in der Datei sources.list auftaucht, wird eine einzelne FTP-Sitzung f\(:ur beide Quellzeilen benutzt.
deb ftp://ftp.debian.org/debian unstable contrib
Types: deb
URIs: ftp://ftp.debian.org/debian
Suites: unstable
Components: contrib
benutzt HTTP, um auf das Archiv auf ftp.tlh.debian.org unter dem universe-Verzeichnis zuzugreifen und benutzt nur Dateien, die unter unstable/binary-i386 auf i386-Maschinen, unstable/binary-amd64 auf amd64 und so weiter f\(:ur andere unterst\(:utzte Architekturen, gefunden werden. [Beachten Sie, dass dieses Beispiel nur anschaulich macht, wie die Platzhaltervariable benutzt wird. Offizielle Debian-Archive sind nicht so strukturiert.]
deb http://ftp.tlh.debian.org/universe unstable/binary-$(ARCH)/
Types: deb
URIs: http://ftp.tlh.debian.org/universe
Suites: unstable/binary-$(ARCH)/
benutzt HTTP, um sowohl Bin\(:arpakete als auch Quellen von den Programmsammlungen Stable, Testing, Unstable und den Bestandteilen Main und Contrib zu holen.
deb http://deb.debian.org/debian stable main contrib
deb-src http://deb.debian.org/debian stable main contrib
deb http://deb.debian.org/debian testing main contrib
deb-src http://deb.debian.org/debian testing main contrib
deb http://deb.debian.org/debian unstable main contrib
deb-src http://deb.debian.org/debian unstable main contrib
Types: deb deb-src
URIs: http://deb.debian.org/debian
Suites: stable testing unstable
Components: main contrib

SIEHE AUCH

apt-get(8), apt.conf(5), /usr/share/doc/apt-doc/acquire-additional-files.md.gz

FEHLER

\m[blue]APT-Fehlerseite\m[][1]. Wenn Sie einen Fehler in APT berichten m\(:ochten, lesen Sie bitte /usr/share/doc/debian/bug-reporting.txt oder den reportbug(1)-Befehl. Verfassen Sie Fehlerberichte bitte auf Englisch.

\(:UBERSETZUNG

Die deutsche \(:Ubersetzung wurde 2009 von Chris Leick <> in Zusammenarbeit mit dem deutschen l10n-Team von Debian <> angefertigt.
Beachten Sie, dass diese \(:Ubersetzung Teile enthalten kann, die nicht \(:ubersetzt wurden. Dies ist so, damit kein Inhalt verloren geht, wenn die \(:Ubersetzung hinter dem Originalinhalt hinterherh\(:angt.

AUTOREN

Jason Gunthorpe
APT-Team

FU\(ssNOTEN

1. APT-Fehlerseite http://bugs.debian.org/src:apt
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