Linux repositories inspector

bsh(1)

J..org Schilling
6. Juni 1991

bsh

Java scripting environment (BeanShell) Version 2

bosh

Multibyte-capable POSIX-conforming Bourne shell

NAME

bsh - ein Kommando-Interpreter mit Bildschirmeditor und History.

SYNOPSIS

bsh [ optionen ] [ arg1 ... argn ]
Liest Kommandos aus dem File arg1.
Wenn keine Argumente angegeben sind, liest er Kommandos von stdin.

OPTIONS

-i Erzwingt interaktiven Prompt.
-v Startet mit eingeschaltetem Verbose mode.
-c Führt arg1 als ein Kommando mit arg2-n als args aus.
-e Bricht ab wenn ein nichtinteraktives Kommando mißlingt.
-n Liest die Kommandos aber führt sie nicht aus.
-s Führt Kommandos von stdin aus, auch wenn Argumente angegeben wurden.
-t Liest ein Kommando und führt es aus.
-2 Liest nicht das ~/.init2 File.
Auch wahr, wenn -c gesetzt und name == command.
-h Liest/Schreibt nicht das ~/.history File.
-g Liest/Schreibt nicht das ~/.globals File.
-l Liest/Schreibt nicht das ~/.locals File.
-f (fast) Entspricht -2h.
-F (extra fast) Entspricht -2hgl.
-o Bei einem exec werden offene Files nicht geschlossen.

DESCRIPTION

bsh ist ein Kommandointerpreter, der anstelle von sh oder csh verwendet werden kann. Seine Vorteile gegenüber den beiden anderen Shells sind der Bildschirmeditor für die Kommandozeile und der in diesen Editor integrierte History-Mechanismus.

Initialisierung

Wenn der bsh durch ein Login gestartet wird, (das erkennt er daran, daß sein argv[0] mit einem ’-’ beginnt) dann liest er zunächst die Datei /etc/initbsh und führt die darin enthaltenen Kommandos aus. - Das kann auf SYSTEM V dazu benutzt werden um z.B. die Environment-Variable TZ zu setzen.
Wenn in av[0] ein ’r’ enthalten ist (rbsh), dann folgt nach der Interpretation der Anweisungen aus der Datei /etc/initbsh die Ausführung der Kommandos aus /etc/initrbsh. Das kann z.B. dazu benutzt werden weiter unten beschriebene mögliche Restriktionen zu aktivieren. Da die Directory /etc/ normalerweise nur durch den Superuser zu beschreiben ist, kann der so eingeschränkte Benutzer nicht durch einfaches Löschen seiner ~/.init Datei diese Beschränkungen wieder unwirksam machen.
Nach der Interpretation der obengenannten Dateien werden die Kommandos aus der Datei ~/.init ausgeführt. In dieser Datei kann der Benutzer private immer nötige Anweisungen platzieren z.B. da Einstellen des Prompts auf einen gegenüber dem Standardprompt bevorzugten Wert oder Ter mi nal ini tia li sie rung.
Jeder weitere Kommandointerpreter (nicht der Loginshell aber auch das in den bsh eingebaute suid Kommando), der vom Benutzer gestartet wird, führt während seiner Initialisierung die Datei ~/.init2 (falls vorhanden) aus.
Wenn der bsh gestartet wird, dann liest er kurz vor dem ersten interaktiven Prompt das File /etc/termcap oder die Environmentvariable TERMCAP, um ein Standardmapping für die Cursortasten zu bekommen. Es ist möglich, zusätzlich zu den Standardeinträgen ku, kd, kr und kl für Key-up, Key-down, Key-right und Key-left in /etc/termcap die Einträge kB und kE einzuführen, falls das Terminal die Cursortasten Zeilenanfang bzw. Zeilenendehat.
Der Loginshell führt, bevor er durch die Kommandos logout oder exit beendet wird, die Datei ~/.final aus.
Außerdem liest jeder bsh noch folgende Dateien, wenn er gestartet wird:
~/.bshmap Datei mit Maps für den Editor.
~/.globals Datei mit globalen Abkürzungen.
.locals Datei mit lokalen Abkürzungen. (Siehe auch cd - Kommando.)
Der bsh liest seine Initialisierungsdateien in folgender Reihenfolge und zu folgenden Zeiten:
/etc/passwd falls es beim Starten des bsh keine Environment-Variable HOME gibt.
~/.globals Immer falls vorhanden.
.locals Immer falls vorhanden.
/etc/initbsh Nur Loginshell.
/etc/initrbsh Nur Loginshell, wenn restricted.
~/.init Nur Loginshell.
~/.init2 Jeder nicht Loginshell.
~/.history Jeder interaktive bsh.
/etc/termcap Jeder interaktive bsh kurz nach dem ersten Prompt, wenn sich der extrahierte TERMCAP Eintrag noch nicht im Environment befindet. Wenn die Variable TERM auf einen anderen Eintrag verweist als die Variable TERMCAP, dann wird auch das File /etc/termcap gelesen.
~/.bshmap Nach der Initialisierung der Cursormappings.

Bedienung, Kommandoeingabe

Eingabezeilen können mit folgenden Kommandos bzw. Kommandosequenzen editiert werden:
^H ein Zeichen nach links
^F ein Zeichen nach rechts
^D das Zeichen unter dem Textzeiger löschen
DEL das Zeichen links vom Textzeiger löschen
^U ganze Zeile löschen
ESC ^H ein Wort nach links
ESC ^F ein Wort nach rechts
ESC ^D das Wort rechts vom Textzeiger löschen
ESC DEL das Wort links vom Textzeiger löschen
Innerhalb der History kann man sich mit folgenden Kommandosequenzen bewegen (näheres über die History unter Punkt Eingebaute Kommandos ):
^P vorhergehende Zeile
^N nachfolgende Zeile
ESC ^P rückwärts nach Zeile suchen
ESC ^N vorwärts nach Zeile suchen
ESC CR zurück zur Zeile vor dem letzten Suchkommando
Jedes andere Zeichen wird in den vorhandenen Text eingeschoben. Die Tabulator-Taste erzeugt ein ^I. Sollen in der Eingabe Zeichen erscheinen, die Editierungsfunktion haben, so müssen sie gequotet werden, dazu muß zuerst ’^^’ und dann das Zeichen, das in der Eingabezeile erscheinen soll, eingegeben werden; es wird dann nicht interpretiert.
Eine Zeile wird durch die Tasten CR oder LF beendet. Hierbei ist die Stellung des Textzeigers innerhalb der Zeile unerheblich.

Editierungsmapping

Bei der Initialisierung des bsh wird ein File ~/.bshmap gelesen, in dem sich Editierungsmaps für den bsh befinden. Es läßt sich fast alles ummappen. Wird ein Match festgestellt, so erfolgt eine textuelle Ersetzung direkt in die Eingabezeile. Es ist möglich, das Mapping für den nächsten Buchstaben mit Hilfe eines Quotebuchstabens aufzuheben. Dieser Quotebuchstabe ist standartmäßig auf NULL (Control @) gesetzt, und läßt sich ändern (z.Zt. noch nicht implementiert).
Das File ~/.bshmap hat folgenden Aufbau:
mapstr:textersatz:Kommentar
mapstr ist dabei der String, der ersetzt werden soll. textersatz ist der String, der in der Eingabezeile erscheint. Kommentar ist ein optionaler Kommentar, der nicht beachtet wird. mapstr darf maximal 16 Zeichen lang sein, der textersatz darf maximal 128 Zeichen lang sein. Jeder Eintrag muß auf genau einer Textzeile stehen.
Kontrollzeichen können wie in /etc/termcap durch eine Ersatzdarstellung eingetragen werden:
Ein ’^’ vor einem Buchstaben bedeutet, daß das entsprechende Kontrollzeichen gemeint ist. Das Zeichen ESCAPE läßt sich durch ’\E’ darstellen. Diese beiden ebengenannten Fluchtsymbole lassen sich durch ’\^’ bzw. ’\#146; erzeugen. Es ist außerdem möglich die in c bekannte Oktaldarstellung zu verwenden. Nur mit der Oktaldarstellung ist es möglich, einen Doppelpunkt zu erzeugen in dem man \072 einträgt.
Weiterhin stehen für:
\t ^I Horizontaltabulator
\v ^K Vertikaltabulator
\b ^H Backspace
\r ^M Carriage Return
\n ^J Line Feed
\f ^L Form Feed
Das File ~/.bshmap, könnte folgendermaßen aussehen.
\Ep:\E^P^U:Search up and clear buf
\En:\E^P^U:Search down and clear buf
Das Standardmapping wird aus /etc/termcap gewonnen.

Lexikalische Struktur

Der bsh teilt Zeilen in Worte an den Stellen, wo Leerzeichen, Tabs oder die besonderen Buchstaben ’&’ , ’|’ , ’;’ , ’<’ , ’>’ , ’(’ und ’)’, sowie die Buchstabenpaare ’&&’ , ’||’ , ’<<’ oder ’>>’ stehen. Die besondere Bedeutung dieser Buchstaben läßt sich durch Voranstellen eines ’#146; verhindern. Ein ’#146;, das direkt von einem Newline gefolgt wird, wird durch ein Blank ersetzt, falls es nicht in einem mit ’’’ gequoteten String erscheint.
Strings, die in Paare von ’’’ oder ’"’ eingeschlossen sind, formen Worte. Werden die Strings in Paare von ’"’ eingeschlossen, dann erfolgt in diesen Strings eventuell eine textuelle Ersetzung von Abkürzungen oder Environment-Variablen. Eine textuelle Ersetzung läßt sich auch in diesem Falle durch Voranstellen eines ’#146; verhindern. In Strings, die durch Einschließen in ’’’ gebildet werden, wird nichts ersetzt und der Buchstabe ’#146; hat keine besondere Wirkung, es sei denn, er steht vor einem Newline oder einem ’’’. Damit ist es möglich, diese Buchstaben in einen String einzugeben. In beiden Fällen erfolgt jedoch in diesen Strings keine Expansion von speziellen Pattern-Matching Buchstaben über das File-System.
Der Buchstabe ’#’ hat eine besondere Bedeutung, wenn er am Anfang einer Zeile steht. (siehe ’#’ - Kommandos) Innerhalb von Kommando-Files leitet er eine Kommentarzeile ein, wenn direkt hinter ihm ein Blank, ein Tab oder ein Newline steht.
Ein einfaches Kommando ist eine Sequenz von Worten, von denen das erste Wort der Kommando-Name des auszuführenden Kommandos ist.
Ein einfaches Kommando oder eine Sequenz von einfachen Kommandos, durch ein ’|’ getrennt, ergeben eine Pipeline. Der Output eines jeden Programms wird in den Input des folgenden geleitet. Sequenzen von Pipelines können durch ’;’ oder ’&’ getrennt werden. Steht hinter einer Pipeline ein ’&’, wird auf diese Pipeline nicht gewartet.
Jedes dieser oben beschriebenen Kommandos oder Kommandosequenzen kann in Paare von ’(’ und ’)’ gepackt werden, um so ein einfaches Kommando zu erzeugen. Es ist auch möglich, einzelne Kommandos einer Pipeline durch ’&&’ oder ’||’ zu trennen. Dabei wird wie in der Programmiersprache c das zweite bzw. folgende Kommando nur dann ausgeführt, wenn das Erste bzw. Vorangehende gelang oder scheiterte. Auch hier können durch Verwendung von ’(’ und ’)’ Gruppen gebildet werden.
Beispiele:

Joerg> cd cmd/bsh && make bsh ...
make bsh wird nur ausgeführt, wenn das ’cd’ - Kommando geglückt ist.

Joerg> make bsh || echo bullshit ...
Das echo Kommando wird nur dann ausgeführt, wenn das make Kommando scheitert.

Joerg> (make bsh && echo ok) || echo bullshit ...
Wenn das make Kommando scheitert, dann wird das zweite echo Kommando ausgeführt. Wenn das make Kommando gelingt, dann wird ok ausgegeben. Das ersetzt allerdings keine if then else Struktur, da für den Fall, daß das Kommando echo ok scheitert, zusätzlich bullshit ausgegeben wird, denn der Exitcode der Kommandogruppe in Klammern ist der Exitcode des letzten Kommandos.

Jobs und Jobkontrolle

XXX

Textuelle Ersetzungen

Textuelle Ersetzungen finden auf verschiedenen Ebenen statt.
Zunächst durch das Editierungsmapping (direkt in der Kommandozeile sichtbar).
Weiterhin durch Abkürzungsmakros aus den ~/.globals und .locals (siehe ’#’ - Kommandos) sowie durch Ersetzungen über den Inhalt von Environment-Variablen. Hier ist es wichtig zu wissen, durch welche Trennzeichen Worte aus der Eingabezeile erkannt werden, die dann auf Expansionsmöglichkeiten untersucht werden. Trennzeichen für diese Expansionen sind:
" \t\n\#146;$~/|&()><%\"=-"
In der letzten Stufe finden textuelle Ersetzungen durch Expansion über das Filesystem statt. (siehe Pattern-Matching) Pattern-Matching Metabuchstaben sind:
! # % * { } [ ] ?
Für die Expansion gilt folgende zeitliche Reihenfolge und Präferenz:
Zuerst während des Editierens Editierungsmapping.
Vor dem Parsing Lokale und globale Abkürzungen alternativ mit Präferenz für die lokalen Abkürzungen.
Noch vor dem Parsing z.Zt. !!! ’$’ - Variablen.
Vom Interpreter (direkt vor der Ausführung des Programms)
Expansionen über das File-System.
Alle diese Ersetzungen lassen sich durch das Voranstellen eines ’#146; vor den entsprechenden Identifier verhindern.

Input/Output

Jeder Prozess hat drei Files, mit denen er standartmäßig verbunden ist.
stdin : Die Standarteingabedatei
stdout : Die Standartausgabedatei
stderr : Die Standartdiagnostikdatei
Diese drei Dateien sind normalerweise dem Terminal zugeordnet. Sie lassen sich jedoch mit folgender Syntax umleiten:
< name Die Datei name wird als Eingabedatei eröffnet.
<< delimiter
Der bsh liest solange von stdin, bis in einer Zeile delimiter steht. Alles, was bis dahin eingegeben wurde, wird nach Expansion über Environment-Variablen und Abkürzungen (globals und locals) dem Programm als Eingabedatei übergeben. Eine Anwendung sind Commandfiles, in denen eine Eingabe für ein Programm z.B. für einen Editor erforderlich ist; man kann dann alles in einem File halten.
> name Das File name wird als Ausgabedatei eröffnet. Falls es bereits besteht, wird der alte Inhalt zerstört.
>> name
Das File name wird als Ausgabedatei eröffnet. Falls es bereits besteht, wird der kommende Output des Programmes an den bereits bestehenden Inhalt angehängt.
% name Das File name wird als Fehlerdatei eröffnet. Falls es bereits besteht, wird der alte Inhalt zerstört.
%% name
Das File name wird als Fehlerdatei eröffnet. Falls es bereits besteht, wird der kommende Output des Programmes an den bereits bestehenden Inhalt angehängt.
prog1 | prog2
Der Output von prog1 wird in einer Pipeline an den Input von prog2 geleitet.
prog1 |% prog2
Der Fehleroutput von prog1 wird in einer Pipeline an den Input von prog2 geleitet.
Bei name wird jeweils eine Expansion über die Abkürzungen und Environment-Variablen vorgenommen.

Variablen, Environment-Variablen

Im Environment (EV) können Variablen gespeichert und abgerufen werden. Der bsh gibt den aktuellen Inhalt seines Environments an die von ihm gestarteten Prozesse weiter.
Der Abruf geschieht durch Expansion. Beginnt ein Wort mit ’$’, so wird innerhalb des EVs nach der entsprechenden Variablen gesucht und das gesamte Wort (einschließlich ’$’) durch den Wert dieser Variablen ersetzt.
Die Expansion der Variablen geschieht zeilenweise. Es ist nicht möglich, innerhalb einer Kommandozeile den Wert einer Variablen zu setzen und ihren Wert danach auszugeben. Konnte das Wort nicht expandiert werden, wird es direkt übernommen.
Beispiele:

Joerg> set x=hallo Joerg> set PATH=:/bin HOME=: TERM=vterm PROMPT=Joerg> PROMPT2=> HISTORY=0 x=hallo Joerg> echo $x $y hallo $y Joerg> set lalue=test;echo $lalue $lalue Joerg> _
$name liefert den Wert der Variablen name.
Folgende Variablen können nur gelesen, jedoch nicht explizit gesetzt werden.
$0 liefert den Namen des laufenden command-files.
$1..$n liefern die aktuellen Argumente eines command-files.
$r1 liefert alle Argumente eines command-files (entsprechend argv+1 in c - files).
$r3 liefert alle Argumente eines command-files beginnend bei dem dritten Argument (entsprechend argv+3 in c - files).
$# liefert die Anzahl der Argumente des aktuellen command-files (Entsprechend argc in c - Argument $0 zählt mit).
$$ liefert die Prozess-ID des gerade laufenden bsh.
Beispiele:

Joerg> kill $$ name: _
Beendet den laufenden bsh.
$! liefert die Prozess-ID des letzten gestarteten Hintergrundprozesses.
Beispiele:

Joerg> ps -l $!
Gibt den Status des letzten Hintergrundprozesses aus.
$? liefert den Rückgabewert der letzten Kommandos.
Beispiele:

Joerg> test 6 ’*’ 4 Joerg> echo $? 0

Expansion des Zeichens ’~’

Das Zeichen ’~’ wird zu einem Pfadnamen expandiert. Es kann durch einen Benutzernamen gefolgt werden. Ohne Benutzernamen erzeugt es den Pfadnamen der eigenen HOME-Directory aus dem File /etc/passwd, mit Benutzernamen erzeugt es den Pfadnamen der HOME-Directory des entsprechenden Benutzers.
Beispiele:

Joerg> pwd /user/joerg Joerg> echo ~ /user/joerg Joerg> echo ~peter /user/peter Joerg> ls ~peter/bin /user/peter/bin: bsh Joerg> ls ~/.. /user: gerd joerg peter reiner Joerg> ls ~/cmd/bsh/doc bsh.doc Joerg> _

Pattern-Matching

Es gibt bestimmte Buchstaben, die bei der Expansion von Filenamen, beim Suchen in der History und bei der Ausgabe von ’#’ Abkürzungen eine besondere Bedeutung haben. Es sind:
! # % * { } [ ] ?
Ihre Bedeutung ist :
! ALT Oder im Matching dies!das!jenes
* STAR Jede beliebige Anzahl jedes beliebigen Buchstaben.
? ANY Genau ein beliebiges Zeichen.
% NIL Genau kein !!! Zeichen. (Muß gequotet werden, damit keine Umlenkung von stderr erfolgt)
{} GROUP Für Vorrang Gruppierung. Kann geschachtelt werden.
#c MULT Jede beliebige Anzahl eines bestimmten Zeichens.
[] CLASS Umschließt eine Menge von Zeichen.
- RANGE Bereich für Mengen.
^ NOT/BEG Anfang einer Zeile, in [] das Boolsche nicht.
\ ESC Fluchtsymbol für den Pattern-Matcher.
$ END Ende einer Zeile.
Beispiele:

Joerg> echo bsh.? bsh.c bsh.h Joerg> echo *.bak test.c.bak bsh.c.bak mem.c.bak Joerg> echo test#1 test1 test11 test111 Joerg> echo dies!das dies das Joerg> echo b*.{lint!c} bsh.c bsh.lint btab.c builtin.c Joerg> echo [a-i]*.c abbrev.c abbtab.c builtin.c input.c Joerg> echo ab[0-9].c ab1.c ab2.c ab3.c Joerg> echo [^i]*.c builtin.c mem.c test.c

Eingebaute Kommandos

$
Siehe fg-Kommando.
:
Dies ist ein Dummy Kommando. Es ist damit z.B. möglich Files zu erzeugen.
Beispiele:

Joerg> :>hallo Joerg> echo * hallo test.c Joerg> _
@ name = expr
Der Environment-Variablen name wird der Wert des einfachen Ausdrucks expr zugewiesen.
Statt ’=’ ist auch ’+=’ , ’-=’ , ’/=’ , ’%=’ oder ’*=’ möglich. Für expr ist jeder Ausdruck erlaubt, der auch im test-Kommando möglich ist.
Beispiele:

Joerg> @ count = 1 Joerg> @ count = $count + 1 Joerg> echo $count Joerg> 2 Joerg> _
[ expr ]
Synonym für das test Kommando. Beschreibung siehe test.
alias [fromstr] [tostr]
Ersatz für die ’#’-Kommandos (noch nicht fertig implementiert).
alloc [arg]
Dient zum Debuggen der allozierungs-Routine des bsh. Ohne Argumente werden Statistiken über den allozierten Bereich ausgegeben. Mit einem Argument werden die Adressen und Größen der verwalteten Stücke, sowie der Zustand der Stücke ausgegeben. Dabei werden zerstörte Stücke durch einen Stern hinter der Statusinformation gekennzeichnet. Mit einem ’l’ als Argument wird bei jedem Stück zusätzlich der lesbare Inhalt ausgegeben, mit einem ’L’ als Argument wird bei nicht lesbarem Inhalt eine Ersatzdarstellung gezeigt.
bg [job]
Schickt den zuletzt gestoppten oder den angegebenen job in den Hintergrund. Dazu wird er wieder gestartet. Der job kann zur Zeit nur durch die Prozessid eines der Prozesse des jobs spezifiziert werden.
break
Bricht eine Schleife ab. Die Interpretation setzt bei dem Kommando fort, das nächsten end folgt.
Beispiele:

Joerg> for i in 1 2 3 4 5 6 > if test $i = 3 > then > echo ende. > break > fi > echo $i > end 1 2 ende. Joerg> _
case
Wird für das switch - Kommando zum Erkennen einer Möglichkeit benötigt. Außerhalb eines switch - Kommandos ist case nicht zulässig.
cd [name]
chdir [name]
cwd [name]
Ändern der Arbeitsdirectory des bsh zur Directory name. Ist name nicht angegeben, erfolgt ein Wechsel zu der Directory, die in der Environment-Variablen HOME angegeben ist.
Existiert die Environment-Variable CDPATH, wird name auch in den entsprechenden Directories aus der Liste in CDPATH gesucht. Erfolgt ein cd zu einer Directory aus der Liste, wird der gesamte Name ausgegeben. Bei jedem cd wird die Liste der lokalen Abkürzungen (./.locals) gegen die aktuelle getauscht.
compute
Veraltete Intrinsic-Routine des bsh für die Grundrechenarten auf Integer-Zahlen.
Setzt die Variable $? auf das Ergebnis der Berechnung. Da es keine Möglichkeit gibt fehlerhafte Parameter am Returncode zu erkennen wird Sie demnächst abgeschafft.
Bitte nur noch @ oder test verwenden.
concat name val1 ... valn
Die Werte der Strings val1 ... valn werden zu einem String in der Variablen name zusammengefaßt.
Beispiele:

Joerg> concat test a b c . $$ Joerg> echo $test abc.5123 Joerg> _
dirs
Ausgabe des Directory-Stacks. Die Spitze ist links und stellt die augenblickliche Arbeitsdirectory dar. Die Spitze des Directory-Stacks hat den logischen Offset 0, die direkt rechts danebenstehende Directory den logischen Offset -1. Der logische Offset einer Directory im Stack läßt sich für das pushd und das popd Kommando gebrauchen.
do
Das erste Argument des do - Kommandos wird als Kommandozeile aufgefaßt und so interpretiert, als wären die weiteren Argumente des do - Kommandos die Argumente av[2] .. av[n] des bsh. Der Effekt ist der gleiche wie bsh -c arg1 .. argn, ohne daß ein neuer Shell gestartet wird.
Beispiele:

Joerg> do ’echo hallo: $r1’ 1 2 3 4 5 hallo: 1 2 3 4 5 Joerg> _
echo [-n|-nnl] [args]
Das echo - Kommando hat die gleiche Funktion wie das /bin/echo - Kommando. Da es aber in den bsh eingebaut ist, ist seine Ausführungszeit wesentlich kürzer (wichtig in command-files). Wird als erstes Argument ’-n’ oder ’-nnl’ angegeben, so erfolgt keine Ausgabe eines Newlinecharacters am Ende der Zeile.
Werden keine Argumente angegeben, so erfolgt auch keine Ausgabe des Newlinecharacters. Wenn man nur ein Newline ausgeben möchte, dann muß man einen leeren String als Parameter angeben.
Wenn keine Argumente angegeben werden, und stdin umgeleitet wird, dann liest echo von stdin und schreibt das gelesene auf stdout. (Ähnlich wie cat)
Wenn das eingebaute echo - Kommando nicht benutzt werden soll, muß man /bin/echo schreiben.
Beispiele:

Joerg> echo test *.c test program.c t.c zz.c Joerg> echo -nnl huhu;echo .pas huhu.pas Joerg> echo < .EDTMP;echo ’’ bsh.c Joerg> _
else
end
Siehe Beschreibung von if , switch , loop und for.
err
Gleiche Funktion wie echo jedoch erfolgt die Ausgabe auf stderr.
errstrerrno
Der Fehlertext zu der Fehlernummer errno wird ausgegeben.
eval
XXX
exec [ av0=name] command [args]
Überschreiben des aktuellen Kommandointerpreters mit dem Kommando command.
Mit der Option av0=name ist es möglich, dem Kommando einen von seinem Namen abweichendes av[0] zu übergeben. Wird beim Loginshell exec aufgerufen, so bekommt man einen neuen Login-Prompt, wenn das Kommando command beendet ist.
Beispiele:

Joerg> Joerg2> exec date Tue Aug 6 1985 13:57:52 Joerg> exec av0=- bsh Joerg 2> _
Das letzte Beispiel startet einen bsh, der glaubt, durch einen Login-Prozess entstanden zu sein.
exit [Rückgabewert]
Beenden eines Kommandointerpreters oder Abbruch einer Kommandodatei. Der Rückgabewert kann durch exit <n> definiert werden. exit ohne Parameter erzeugt einen Rückgabewert von Null.
Beispiele:

Joerg> bsh Joerg> exit 55 Joerg> echo $? 55 Joerg> _
fg
XXX
fi
fi ist das Ende eines if Kommandos.
for name in [Wortliste]
Schleife. for i in a b c führt alle folgenden Kommandos (bis end) aus. Die Environment-Variable i erhält für die drei Schleifendurchläufe jeweils die Werte a, b, und c.
Beispiele:

Joerg> for i in 1 2 3 > echo $i > end 1 2 3 Joerg> _
function [name] [’cmdlist’]
Definition einer Funktion mit Namen name und Body cmdlist. cmdlist sollte bei der Eingabe unbedingt in ’’’ gesetzt werden. cmdlist kann sich auch über mehrere Zeilen erstrecken, wenn direkt vor dem Ende einer jeden Zeile ein ’#146; steht (siehe auch quoting). Funktionen können rekursiv aufgerufen werden.
Der Aufruf erfolgt durch Eingabe des Funktionsnamens. Zur Zeit ist es nicht möglich, Argumente zu übergeben. Eine Funktion kann mit return beendet werden.
glob [args]
Hat die gleiche Funktion wie echo, nur das die einzelnen Worte in der Ausgabe durch null Bytes getrennt sind.
history
Ausgabe der letzten ausgeführten Kommandos (siehe Punkt 4). Erfolgt die Ausgabe auf stdout, werden die Kommandos in geschweiften Klammern ausgegeben, bei einer Pipe oder auf ein File entfallen die geschweiften Klammern. Für die spätere Verwendung mit source -h.
Beispiele:

Joerg> history { cat *.c } { who am i } { date } Joerg> _
if (expr)
if command args
XXXX
if command args
then
....
fi
if command args
else
....
fi
if command args
then
....
else
....
fi
Bedingungsabfrage. Dem if-Kommando muß ein Kommando oder ein einfacher Ausdruck wie in test in () folgen. Ist der Rückgabewert dieses Kommandos gleich Null, wird ein TRUE erkannt, andernfalls ein FALSE. Wurde ein TRUE erkannt, werden die Kommandos zwischen dem nächsten then und dem dazugehörigen else bzw. fi ausgeführt. Wurde ein FALSE erkannt, werden die Kommandos zwischen else und fi ausgeführt, falls else vorhanden ist.
Achtung: then , else und fi müssen auf einer eigenen Zeile stehen.
Beispiele:

Joerg> if cc -c programm > then > cc -o programm programm.o > echo fertig. > else > echo FEHLER im programm > fi programm.c: linking programm: fertig. Joerg> _
kill [-l] [-sig] pid1 ... pidn
Mit kill lassen sich Signale an Prozesse verschicken. Wird keine Signalnummer angegeben, dann wird das Signal SIGTERM (15) geschickt. Es ist jedoch möglich, andere Signale zu spezifizieren, indem entweder die Signalnummer mit vorangestelltem ’-’ oder der symbolische Name des Signals aus signal.h ohne den Prefix SIG benutzt wird.
Mit der Option -l ist es möglich, eine Liste der erlaubten Signale zu bekommen.
Der bsh verschickt unter BSD4.2, wenn das angegebene Signal SIGHUP oder SIGTERM ist, zusätzlich des Signal SIGCONT, um den betreffenden Prozess aufzuwecken, falls er suspendiert ist.
Beispiele:

Joerg> kill -l HUP INT QUIT ILL TRAP IOT EMT FPE KILL BUS SEGV SYS PIPE ALRM TERM URG STOP TSTP CONT CHLD TTIN TTOU TINT XCPU XFSZ VTALRM PROF WINCH Joerg> kill -HUP 1 Joerg> kill -9 123 Joerg> kill 817 900 Joerg> _
killpg [-l] [-sig] pgrp1 ... pgrpn
Killpg hat die gleich Funktion wie kill, allerdings wird das Signal sig den Prozessgruppen pgrp1 bis pgrpn geschickt.
limit
XXX
login [name]
Login ist identisch mit exec /bin/login [name]. login ist nur erlaubt, falls es sich um den Loginshell handelt.
Beispiele:

Joerg2> login Not login shell. Joerg2> <EOF> Joerg> login hansi Password:
logout
Beenden des ersten Kommandointerpreters.
Beispiele:

Joerg2> logout Not login shell. use exit to exit. Joerg2> <EOF> Joerg> logout name: _
loop
Endlos-Schleife. Alle folgenden Kommandos (bis end) werden wiederholt ausgeführt. Ein Verlassen der Schleife ist mit einem break , mit ^C oder mit ^D möglich.
Beispiele:

Joerg> loop > echo -nnl "sag mal was: " > read cmd > echo soso, $cmd > end sag mal was: hallo soso, hallo sag mal was: huhu soso, huhu sag mal was: ^C 1234: killed Joerg> _
map [fromstr] [tostr]
Mit map ist es möglich, beliebige Buchstaben oder Strings des Terminalinputs, bevor sie den Editor des bsh erreichen, umzumappen. Damit kann unter anderem eine Anpassung der Cursortasten an die Kommandos des bsh vorgenommen werden. Wenn kein Argument angeben wird, dann wird das aktuelle Mapping ausgegeben. Es wird die unter Punkt 3 erklärte Ersatzdarstellung für Controlbuchstaben verwendet.
Beispiele:

Joerg> map ^[[220z ^A ^[[222z ^E ^[[226z ^D ^[[A ^P ^[[B ^N ^[[C ^F ^[[D ^H ^[n ^[^N^U ^[p ^[^P^U Joerg> map abc def Joerg> _
newgrp
Ändern der Benutzergruppe. Nur bei SYSTEM V.
pgrp
XXX
popd [-offset]
Popd ohne Argumente führt ein cd zu der Directory rechts von der augenblicklichen Arbeitsdirectory durch. Es kann aber bei Angabe eines Offsets zu einer anderen Directory aus dem Stack gehen.
Bei jedem cd wird die Liste der lokalen Abkürzungen (./.locals) gegen die aktuelle getauscht.
pushd [name]
pushd [-offset]
Wie cd, jedoch bleibt die Arbeitsdirectory auf dem Stack. Anstelle eines Namens kann auch ein Offset im Stack angegeben werden.
Bei jedem cd wird die Liste der lokalen Abkürzungen (./.locals) gegen die aktuelle getauscht.
pwd
Ausgabe der aktuellen Workingdirectory. Arbeitet wie /bin/pwd erkennt aber wiederholte Benutzung in der gleichen Directory und ist dadurch schneller. Außerdem wird die Variable $CWD aktualisiert.
readname
Mit der read - Funktion des bsh lassen sich interaktiv Environment-Variablen füllen. Damit lassen sich z.B. command-files schreiben, die, je nach Antwort des Benutzers, unterschiedliche Aktionen ausführen. Wenn read ein ^D liest, ist in einer Schleife der Effekt der gleiche, als wenn ein break ausgeführt wurde.
Beispiele:

Joerg> read cmdline > huhu dies ist eine testeingabe Joerg> echo $cmdline huhu dies ist eine testeingabe Joerg> _
remap
Das File ~/.bshmap und der /etc/termcap Eintrag werden neu gelesen. Das ist z.B. nötig, wenn ~/.bshmap oder /etc/termcap durch Editieren erweitert oder sonstwie geändert wurde, oder die Environmentvariable TERM geändert wurde.
Beispiele:

Joerg> ved ~/.bshmap ..... ..... Joerg> remap Joerg> _
repeat [count=# | c=#|-#] [delay=# | d=#] command
Das Kommando command wird wiederholt ausgeführt. Eine Variablensubstitution wird nur einmal durchgeführt. Wird count nicht angegeben, so ist count = MAXLONG. Wird delay angegeben, ist die Zeit zwischen dem Starten von zwei aufeinander folgenden Kommandos # Sekunden.
Beispiele:

Joerg> repeat -5 echo hallo hallo hallo hallo hallo hallo Joerg> _
resumepid
resume pid&
Setzt die Ausführung eines suspendierten Prozesses fort. Der bsh wartet dann auf seine Beendigung. Wenn der bsh nicht warten soll, kann der Prozess mit resume <pid> & gestartet werden. Die Prozessid, die dabei ausgegeben wird, ist zu ignorieren.
Beispiele:

Joerg> ved ..... .... 324: suspended. Joerg> resume 324 ..... ..... Joerg> (sleep 100000;echo fertig) ^Y Joerg> 328: suspended. Joerg> resume 328 & 329 Joerg> _
return [retval]
Mit dem return - Kommando können Funktionen, die mit function - Kommando definiert wurden, beendet werden. Es ist möglich, ein numerisches Argument zu übergeben. Dieses Argument kann dann über die Variable $? abgefragt werden. Wird kein Argument angegeben, ist der Return-Wert Null.
savehistory
Mit dem savehistory - Kommando kann der aktuelle Inhalt der History im File ~/.history gesichert werden. Eine Anwendung ist gegeben, wenn ein bsh gestartet werden soll, der die bisherige History enthält.
Beispiele:

Joerg> history set test a Joerg> savehistory Joerg> bsh Joerg 2 > history set test a savehistory Joerg 2 >
set [name=val]
Setzen einer Environment-Variablen. set x=huhu setzt die Environment-Variable ’x’ auf den Wert ’huhu’. set ohne Parameter gibt den Inhalt des gesamten aktuellen Environment’s aus.
Beispiele:

Joerg> set x=7 Joerg> echo $x 7 Joerg> set x=9 Joerg> echo $x 9 Joerg> _
setenv [name val]
Hat zur Zeit die gleiche Funktion wie set. Da jedoch die Anzahl der Variablen, die der bsh verwaltet sehr stark angestiegen ist, und es z.B. für die Funktionen wünschenswert wäre, daß man auch Array-Variablen hat, um z.B. Argumente an Funktionen übergeben zu können, muß in absehbarer Zukunft die Expansion von Variablen und damit die Funktion der Kommandos set und unset geändert werden. Dabei wird die ursprüngliche Funktion von den Kommandos setenv und unsetenv übernommen. Jedoch werden nur bestimmte Variablen auch global bleiben. Lokale Variablen müssen dann mit dem Kommando set bzw. unset behandelt werden.
Beispiele:

Joerg> setenv x 7 Joerg> echo $x 7 Joerg> setenv x 9 Joerg> echo $x 9 Joerg> _
setmask
setmask ownermask groupmask worldmask
setmask [+-]{rwxd} [+-]{rwxd} [+-]{rwxd]
Mit dem setmask Kommando läßt sich die File-Erzeugungsmaske des bsh verändern oder ansehen. Diese Maske wird immer benutzt, wenn ein Prozess ein File erzeugt. Die aktuelle Maske wird durch logisches Verunden der Maske und den verlangten Modes erzeugt. Die File-Erzeugungsmaske vererbt sich auf die Kinder und ist wichtig für neu erzeugte Files.
+ In Verbindung mit r, w, x oder d addiert diesen Mode.
- In Verbindung mit r, w, x oder d entfernt diesen Mode.
r,w,x,d Ohne + oder - erzeugt nur diesen Mode.
= Die Modes bleiben erhalten.
. Die Modes werden auf ’....’ gesetzt.
Optionen müssen in der richtigen Reihenfolge angegeben werden. Es muß für Owner, Group und World ein Modestring angegeben werden. Wenn kein Zugriff erwünscht ist, kann ein ’.’ angegeben werden, wenn sich ein Mode nicht ändern soll, kann für diesen Mode ein ’=’ angegeben werden. Setmask verändert nicht die Modes von existierenden Files.
Wird keine Maske angegeben, so wird die aktuelle Maske ausgegeben.
Beispiele:

Joerg> setmask rwx r.x r.x Joerg> setmask rwx x -x+w Joerg> setmask rwx ..x rw.
shift [n]
Mit dem shift Kommando wird, falls shift ohne Argumente aufgerufen wurde, das Argument $1 aus der Argumentliste des aktuellen bsh eliminiert. Wird shift mit einem Argument aufgerufen, so werden entsprechen viele Argumente ab dem Argument $1 entfernt.
Beispiele:

Joerg> echo $r1 a b c d e f g h i j Joerg> shift Joerg> echo $r1 b c d e f g h i j Joerg> shift 3 Joerg> echo $r1 e f g h i j Joerg> shift 10 cannot shift. Joerg> echo $r1 Joerg> _
signal [cmdlist] sig#1...sig#n
cmdlist wird ausgeführt, wenn der bsh auf ein Kind wartet und ein Signal aus der angegebenen Liste erhält. Das ist z.B. wichtig, um in Commandfiles bei einem Interrupt Files zu löschen, die temporär erzeugt wurden. Das Kommando, das in cmdlist angegeben wurde, muß sich in av[1] befinden, d.h. wenn es Zeichen bzw. Wort-Trennzeichen enthält, muß es in ’’’ stehen. Wenn cmdlist ausgeführt wird, gibt es eine Environment-Variable $signo, die die Signalnummer enthält. cmdlist kann sich über mehrere Zeilen erstrecken und if then else Strukturen enthalten. Siehe auch function und call.
Eine definierte Funktion läßt sich durch:

signal ’’ signalnummer
aus der Liste löschen.
signal ohne Parameter gibt die Liste der bekannten Signalhandler aus.
sourcename
source -hname
source -h
Mit diesem Kommando kann der bsh veranlasst werden, ein Kommandofile zu lesen und auszuführen. Damit lassen sich z.B. Environment-Variablen setzen. Wird die Option -h angegeben, wird das File nur gelesen und in die History getan, aber nicht ausgeführt. Wird bei Angabe der -h Option der Filename weggelassen, erfolgt die Eingabe über stdin.
Beispiele:

Joerg> source -h ~/.history Joerg> _
stop
XXX
suid
suidname
Nicht unter UNIX.
Veränderung der aktuellen Benutzernummer. su ohne Parameter startet einen bsh mit der effektiven Benutzernummer Null (Administrator). su mit Parameter setzt die reale Benutzernummer auf die des durch den Parameter angegebenen Benutzers. Die Environment-Variable PROMPT wird entsprechend geändert. Das Password des Administrators wird in allen möglichen Fällen als korrekt erkannt.
Beispiele:

Joerg> su Password: admin> _ Die effektive Benutzernummer ist Null. Joerg> su admin Password: ++admin> exit Joerg> su peter Password: ++peter> _
Die reale Benutzernummer ist Null oder die des Benutzers ’peter’.
suspend [pid1 ... pidn]
Wenn suspend ohne Parameter aufgerufen wird, dann wird der bsh selbst suspendiert. Mit Parametern werden die Prozesse mit der Prozessids pid1 ... pidn suspendiert. Damit ist es möglich, ein su Kommando zeitweilig zu verlassen und später ohne Password wieder zu starten. Das geht leider nicht unter SYSTEM V.
switch valof
Bedingte Mehrfachverzweigung. Der erste Parameter val wird der Reihe nach in einer folgenden Patternliste gesucht (siehe case). Alle Kommandos nach dem ersten erfolgreichen Patternmatch für den Parameter val werden bis zum Schlüsselword break ausgeführt. Es gelten die üblichen oben erklärten Patternmatch-Regeln. Für den default - Fall steht ein ’*’.
Beispiele:

Joerg> set x=hallo Joerg> switch $x of > case a* > case b* > echo Erster Buchstabe ist ein A oder ein B > break > case h* > echo Erster Buchstabe ist ein H > break > case * > echo Erster Buchstabe ist nicht A B oder H > end Erster Buchstabe ist ein H Joerg> _
sync
Gleicht den Inhalt der Kernel - File - Buffer für das Filesystem und den realen Inhalt der Platte an.
testexpr
test wertet den Ausdruck expr aus, und weist der Variablen $? einen Wert ungleich Null zu, wenn der Ausdruck expr Falsch ist, sonst Null. Wenn ein Syntaxfehler vorliegt, dann hat die Variable $? den Wert -1.
Folgende Ausdrücke sind für expr möglich.
Filetests:
-rfile Wahr, wenn das File existiert, und lesbar ist.
-wfile Wahr, wenn das File existiert, und beschreibbar ist.
-xfile Wahr, wenn das File existiert, und ausführbar ist.
-efile Wahr, wenn das File existiert.
-sfile Wahr, wenn das File existiert, und eine Größe ungleich Null hat.
-Sfile Die Größe des Files ist der Exitcode.
Wenn das File nicht existiert: -1.
-dfile Wahr, wenn das File existiert, und eine directory ist.
-cfile Wahr, wenn das File existiert, und ein character - special ist.
-bfile Wahr, wenn das File existiert, und ein block - special ist.
-ffile Wahr, wenn das File existiert, und ein reguläres File ist.
-h,-Lfile Wahr, wenn das File existiert, und ein symbolischer Link ist.
-pfile Wahr, wenn das File existiert, und eine named Pipe (fifo) ist.
-Cfile Wahr, wenn das File existiert, und ein Contiguous File ist.
-ufile Wahr, wenn das File existiert, und das set-user-id Bit gesetzt ist.
-gfile Wahr, wenn das File existiert, und das set-group-id Bit gesetzt ist.
-kfile Wahr, wenn das File existiert, und das sticky Bit gesetzt ist.
-tfd Wahr, wenn der Filedescriptor fd im bsh mit einem Terminal verbunden ist.
-Tfd Wahr, wenn der Filedescriptor fd im test Kommando mit einem Terminal verbunden ist.
Stringtests:
-lstring
Die Länge des Strings ist der Exitcode.
-nstring
Wahr, wenn der String eine Länge ungleich Null hat.
-zstring
Wahr, wenn der String eine Länge gleich Null hat.
s1 = s2
Wahr, wenn s1 und s2 identisch sind.
s1 == s2
Wahr, wenn s1 und s2 identisch sind.
s1 != s2
Wahr, wenn s1 und s2 nicht identisch sind.
Arithmetik:
Erlaubte Operatoren auf integer Zahlen sind:
’+’ , ’-’ , ’*’ , ’/’ , ’%’ , ’&’ , ’|’ , ’&&’ , ’||’ , ’-eq’ , ’-ne’ , ’>’ oder ’-gt’ , ’<’ oder ’-lt’ , ’>=’ oder ’-ge’ , ’<=’ oder ’-le’ , ’>>’ , ’<<’.
Diese Operatoren können mit folgenden kombiniert werden:
! Negation.
-a Binäres und.
-o Binäres oder.
(-a hat Vorrang gegenüber -o).
-and Logisches und.
-or Logisches oder.
(-and hat Vorrang gegenüber -or).
( expr )
Klammerung zum Gruppieren.
Alle Operatoren und Argumente müssen in separaten Argumenten stehen.
Bei der Verwendung von Operatoren, die die Zeichen ’>’ , ’<’ , ’%’ , ’*’ , ’&’ , oder ’|’ enthalten, sind die Anführungszeichen bzw. ein ’#146; unbedingt anzugeben, um eine Interpretation durch den Parser des bsh zu verhindern.
then
Siehe if.
time
Dieses Kommando ist zur Zeit noch nicht fertig implementiert, daher heißt es in der aktuellen Version time_ . Geplant ist, das damit eine Anzeige der Werte der Resource-Usage Struktur eines Prozesses angezeigt werden kann.
umask [mask]
Ohne Argument wird die File-Erzeugungsmaske des bsh angezeigt, mit Argument kann die File-Erzeugungsmaske gesetzt werden. Im Gegensatz zu setmask ist mask hier oktal, wie bei /bin/sh oder /bin/csh . Das Kommando umask ist nur aus Kompatibilitätsgründen implementiert.
unalias
Geplante Funktion als Ersatz für ein ’#’ -Kommando.
unmapfromstr
Mit dem unmap Kommando lassen sich Maps, die mit dem map Kommando gesetzt wurden, wieder aufheben. Da es möglich ist, verschiedene Fromstrings in den gleichen Tostring zu mappen, muß, um Eindeutigkeit zu bekommen, der Fromstring als Argument angeben werden. Das ist nur durch Quoten oder durch die Verwendung der Ersatzdarstellung möglich, es läßt sich also kein Beispiel zeigen.
unset
Löscht eine Environment-Variable.

Beispiele:

Joerg> set test=uu Joerg> set PATH=:/bin:/usr/bin HOME=/ TERM=vterm IGNOREEOF=off PROMPT=Joerg> PROMPT2=> HISTORY=30 test=uu Joerg> unset test Joerg> set PATH=:/bin:/usr/bin HOME=/ TERM=vterm IGNOREEOF=off PROMPT=Joerg> PROMPT2=> HISTORY=30 Joerg> _
unsetenv
Siehe setenv.
wait
waitpid1..pidn
Warten auf alle Kinder, die im Hintergrund ausgeführt werden, oder auf den/die, die sich in der Liste befinden. Das Warten kann mit ^C unterbrochen werden.
Beispiele:

Joerg> sleep 100000& 518 Joerg> wait 518
Bei dem Versuch, das richtige Kommando zu finden, wird immer zuerst nach eingebauten Funktionen gesucht (siehe Kapitel Eingebaute Kommandos ); dann wird nach Funktionen gesucht, die mit dem function - Kommando definiert wurden. Alle Kommandos, die nicht auf eingebaute Funktionen referenzieren, werden mit execve gestartet und bekommen die Environment-Liste mit, die mit dem set - Kommando abgefragt werden kann.

’#’ Kommandos

Für alle Kommandos, die mit einem ’#’ beginnen, muß folgendes beachtet werden.:
Sie werden nur erkannt, wenn sie das erste Kommando innerhalb einer Kommandozeile sind. In diesen Kommandos findet keine Expansion statt. Es ist keinerlei I/O Umleitung möglich. Für alle Kommandos ist eine Online-Helpfunktion eingebaut, die mit #c -help abgerufen werden kann, wobei c der Name des Kommandos ist.
Es gibt eine Gruppe von ’#’ - Kommandos, die sich auf die Abkürzungsmöglichkeiten des bsh beziehen. Bei ihnen ist es möglich, sogenannte Modifier anzugeben, die das Kommando präzisieren oder als Option dienen. Der bsh kennt z.Zt. zwei Tabellen mit Abkürzungen. Solche, die überall gelten (~/.globals) , und solche, die nur in einer bestimmten Directory gelten (.locals). Bei dem Versuch, ein Wort zu expandieren, wird immer zuerst die lokale Tabelle durchsucht. Ist dort keine Abkürzung zu finden, wird versucht, eine globale Abkürzung zu finden. Abkürzungsexpansionen haben Vorrang vor den $ - Expansionen. Es gibt Abkürzungen, die nur am Anfang eines Kommandos stehen dürfen (auch nach einem ’;’ oder einem ’&’ sowie direkt nach einer ’(’ , die eine Kommandogruppe einleitet) und solche, die überall stehen dürfen. In absehbarer Zeit werden diese Kommandos mit Ausnahme des #! Kommandos in einen dem csh ähnlichen alias Mechanismus geändert.
#a[g|l]NameWert
Addiert eine neue Abkürzung zur Tabelle. Name wird überall auf der Kommandozeile expandiert. Ist kein Modifier angegeben, erfolgt ein Eintrag in die Defaulttabelle.
#b[g|l]NameWert
Addiert eine neue Begin-Abkürzung zur Tabelle. Name wird nur am Anfang eines Kommandos expandiert. Ist kein Modifier angegeben, erfolgt ein Eintrag in die Defaulttabelle.
#d[g|l]Name
Löscht die Abkürzung Name aus der Tabelle. Ist kein Modifier angegeben, wird aus der Defaulttabelle gelöscht.
#h
#?
Ausgabe von Online - help Information über alle ’#’ - Kommandos.
#l[g|h] [h] [name]
Ausgabe aller Abkürzungen aus der Tabelle. Ist kein Modifier angegeben, wird die Defaulttabelle ausgegeben. Ist name angegeben, wird nur der Eintrag für name ausgegeben. Es ist erlaubt, das in name Wildcards des Pattern-Matchers stehen, um einen Teil der Tabelle auszugeben.
Ist der Modifier ’h’ angegeben, dann erfolgt zusätzlich zur Ausgabe ein Eintrag in die History. Damit lassen sich z.B. Einträge aus den Tabellen mit Hilfe des Editors des bsh verändern und neu eintragen.
#p[g|l] [a|b]NameWert
Mit dem ’#p’ - Kommando wird eine Abkürzung einer eventuell bestehenden überlagert, ohne sie in das dazugehörige File einzutragen. Damit lassen sich Änderungen für die Lebensdauer eines bsh erwirken. Die Information wird in einem Stack verwaltet. Wird ein gepushter Wert gelöscht, dann erscheint eine eventuell überlagerte Abkürzung wieder.
#s[g|l]
Setzen der Default-Tabelle für ’#’ - Kommandos; also der Tabelle, auf die sich die Kommandos ’#a’,’#b’,’#d’,’#l’,’#p’ beziehen, wenn kein Modifier angegeben ist. Das ’#s’ - Kommando ohne Modifier bzw. mit dem Default-Wert, bewirkt eine Ausgabe der Default-Tabelle.
#v[on|off]
Setzen oder Lesen des verbose Modes, der falls eingeschaltet, jedes Kommando vor der Filenamenexpansion ausgibt.
#! shell [ args ]
Ein alternativer Shell wird zur Ausführung des aktuellen Kommandofiles benutzt. Nur innerhalb von Command-Files möglich. shell wird mit args und ’$r0’ gestartet.
# Wird innerhalb von Command-Files ein ’#’ direkt von einem Blank, einem Tab oder einem Newline gefolgt, so gilt diese Zeile als Kommentar.

History

Mit Hilfe der History können Kommandos gespeichert, abgerufen und geändert werden. Die History ist als begrenzter Ringpuffer implementiert. Kommandozeilen aus der History können mit den Cursor-Steuertasten (Cup und Cdown) abgerufen werden. Ein Zeilenende (CR oder LF) führt das Kommando aus.
Jedes ausgeführte Kommando wird wieder an das Ende der History angefügt. Gleiche Kommandos werden weitgehend vermieden. Das letzte Kommando aus der History läßt sich auch mit ’!!’ wiederholen mit ’!<pattern>’ läßt sich ein Kommando aus der History wiederholen, daß mit <pattern> beginnt.
Beispiele:

Joerg> history { cd etc } { ved ttys } { p ttys } { who } { echo huhu >/etc/tty5 } { history } Joerg> who tty5 peter Fri Feb 1 1985 13:57:14 tty0 Joerg Fri Feb 1 1985 08:01:52 Joerg> history { cd etc } { ved ttys } { p ttys } { echo huhu >/etc/tty5 } { who } { history } Joerg> !w who joerg ttyp3 Mar 5 16:55 (HARD) klaus ttyp4 Mar 5 17:01 (TeSe) Joerg> _

Variablen mit besonderer Bedeutung für den bsh

Folgende Variablen können sowohl erzeugt, als auch gelesen werden. Sie haben jedoch eine implizite Wirkung auf die Wirkungsweise des bsh.
HISTORY
Bestimmt die maximale Anzahl der in der History gespeicherten Zeilen.
Beispiele:

Joerg> echo $HISTORY 20 Joerg> history { cd etc } { ved ttys } { p ttys } { who } { echo huhu >/etc/tty5 } { echo $HISTORY } { history } Joerg> set HISTORY=4 Joerg> history { echo huhu >/etc/tty5 } { echo $HISTORY } { set HISTORY=4 } { history } Joerg> _
SAVEHISTORY
Wenn diese Variable den Wert on hat, wird bei der Beendigung eines bsh der aktuelle Inhalt der History im File ~/.history gesichert. Wenn ein interaktiver bsh gestartet wird und das File ~/.history existiert, wird es vor der Ausgabe des ersten Prompts gelesen.
PROMPT
Bestimmt den Benutzerprompt.
Beispiele:

Joerg> set "PROMPT=peter> " peter> _
PROMPT2
Bestimmt den zweiten Benutzerprompt. Dieser wird ausgegeben, wenn der bsh zu einem Kommando noch weitere Eingaben benötigt.
Beispiele:

Joerg> if echo ja > then > echo ja > fi ja ja Joerg> set "PROMPT2=more> " Joerg> if echo ja more> then more> echo ja more> fi ja ja Joerg> _
PATH
In dieser Variablen ist eine Liste von Directories enthalten, die bei dem Versuch, ein Kommando zu starten, durchsucht werden. Die Liste wird von links nach rechts durchsucht. Der erste Eintrag sollte leer sein, um auf die aktuelle Workingdirectory zu verweisen. Die einzelnen Einträge werden durch das Zeichen ’:’ getrennt.
Beispiele:

Joerg> echo $PATH :/bin:/usr/bin:/usr/joerg/bin Joerg> _
CDPATH
Diese Variable hat den gleichen Aufbau wie PATH. Sie ist für das Suchen nach Directories bei dem cd - Kommando zuständig. Der erste Eintrag muß !! leer sein, sonst funktioniert das cd - Kommando nicht.
Beispiele:

Joerg> echo $CDPATH :/usr/joerg:/usr/joerg/cmd Joerg> cd bsh ~/cmd/bsh Joerg> _
CWD
Diese Variable enthält die aktuelle Working-Directory. Sie wird aber aus Effizienzgründen erst nach dem ersten cd - Kommando gesetzt.
Beispiele:

Joerg> #b wd echo $CWD Joerg> wd /usr/joerg/cmd/bsh Joerg> _
CD
Hat die Variable CD den Wert on, oder ist nicht gesetzt, ist ein Wechsel der Workingdirectory jederzeit möglich. CD=off verbietet dem Benutzer ein cd - Kommando. CD=/usr/schwachsinn verbietet über die Directory /usr/schwachsinn hinaufzusteigen.
Beispiele:

Joerg> pwd /user/joerg Joerg> cd .. Joerg> cd Joerg> set CD=off Joerg> cd .. Can’t change to ’..’. Permission denied. Joerg> pwd /user/joerg Joerg> _
EVLOCK
Verbietet dem Benutzer das Ändern einer oder mehrerer EV-Variablen. Sollen mehrere EV-Variablen gesperrt werden, werden ihre Namen durch einen Doppelpunkt getrennt. Hat die Variable EVLOCK den Wert on, so sind alle EV-Variablen gesperrt.
Beispiele:

Joerg> echo $HISTORY 20 Joerg> set HISTORY=5 Joerg> echo $HISTORY 5 Joerg> set EVLOCK=HISTORY Joerg> set HISTORY=15 Can’t set environment ’HISTORY=15’. Variable is locked Joerg> echo $HISTORY 5 Joerg> set EVLOCK=EVLOCK:PATH:CD:SU:SLASH:PROMPT Joerg> set PROMPT=la> Can’t set environment ’PROMPT=la>’. Variable is locked Joerg> set EVLOCK=off Can’t set environment ’EVLOCK=off’. Variable is locked Joerg> _
SLASH
SLASH=off bewirkt die Nichtbeachtung des Zeichens ’/’. SLASH=on hat keine Wirkung. Diese Variable wird auch von den Utilities ved, copy, move und delete gelesen und entsprechend interpretiert.
Beispiele:

Joerg> set SLASH=off Joerg> /bin/echo hallo Can’t execute ’’. Permission denied. Joerg> set SLASH=on Joerg> /bin/echo hallo hallo Joerg> _
SU
Mit SU=off kann die Benutzung des su - Kommandos gesperrt werden.
IGNOREEOF
Jeder Kommandointerpreter hat nach seinem Start diese Variable auf off gesetzt (Auch das su Kommando). Will man das verhindern, kann man in sein ~/.init - File set IGNOREEOF=on schreiben. Rekursiv aufgerufene Kommandointerpreter können dann mit ^D verlassen werden, falls sich der Cursor am Anfang einer leeren Zeile befindet, der erste jedoch nicht. Will man auch rekursiv erzeugte Kommandointerpreter schützen, gehört in das ~/.init2 - File die gleiche Zeile. Rekursiv aufgerufene Kommandinterpreter können jedoch mit dem pushd bzw. dem popd - Kommando weitgehend vermieden werde. Ist IGNOREEOF nicht auf on, wird beim Eintippen von ^D solange vorwärts gelöscht, bis evtl. der Cursor sich am Anfang einer leeren Zeile befindet; dann wird der bsh verlassen. (Befindet der Cursor sich nicht am Anfang einer Zeile, so ertönt die Glocke, wenn sich keine Zeichen mehr rechts vom Cursor befinden.)

FILES

~/.init wird beim Starten des Loginshells ausgeführt.
~/.init2 wird beim Starten jedes weiteren Shells ausgeführt.
~/.final wird beim Logout ausgeführt.
~/.history enthält die gerettete History nach dem Ausloggen.
~/.bshmap enthält die Tastaturmaps.
~/.globals enthält Macros, die in jeder Directory gelten.
~/.locals enthält Macros, die nur in der aktuellen Directory gelten.
/dev/null Stdin für Hintergundjobs.
/etc/initbsh Gemeinsames Init-Sriptfile für alle Loginshells.
/etc/initrbsh Gemeinsames Init-Sriptfile für alle restricted Loginshells.
/etc/passwd Für Homedirectory-Expansion (~name).
/etc/termcap Für die Standard Cursormaps.
/tmp/bsh* Temporäres File für <<.

BUGS

Allgemeines

Einige eingebaute Funktionen des bsh lassen sich nicht mit ^C abbrechen. Alle Eingaben, die nach einem ’>’ Prompt eingegeben wurden, erscheinen nicht in der History. Es ist nicht möglich Kontroll-Strukturen aus if, for, loop und switch durch ’;’ oder ’&’ zu trennen.
Das Quoting von speziellen Buchstaben ist verwirrend, weil an vielen verschiedenen Stellen expandiert wird und jeweils das Zeichen ’#146; entfernt wird. Besonders verwirrend ist das bei Meister werden.
Symbolische Links überlisten den bsh. Wenn ein cd über einen symbolischen Link führt, hat die Variable $CWD nicht mehr den korrekten Wert.
Das Kommando cat <<EOF& verwirrt den bsh. Er forkt, bevor der Input gelesen ist, was zur Folge hat, daß man zwei Prompts hat, und Vater und Sohn gleichzeitig lesen wollen.
Das killpg Kommando läßt sich nur bedingt verwenden, da es unter UNIX kein Kommando gibt, mit dem man die Prozessgruppe eines Prozesses bekommt.

Hinweise:

Strings werden ähnlich wie in Programmiersprachen und in grober Annäherung an den sh behandelt:
d.h.:
o Mit dem doppelten Anführungszeichen wird nur ein String zusammengefaßt und die Expansion von wildcards ($*?{}[]) verhindert. Environment Variablen werden hier noch expandiert.
o Mit dem einfachen Anführungszeichen wird jegliche Expansion verhindert, d.h. alle Macros, die mit dem do - Kommando arbeiten, müssen !! in einfachen Anführungszeichen stehen, damit sie nicht schon vor der Ausführung des eigentlichen Kommandos expandiert werden. Man sollte, falls man sich nicht sicher über den Grund einer möglichen Fehlfunktion eines do Macros ist, das Kommando:

change ’"’ "’" ~/.globals ~/.locals
absetzen, da in Strings, die mit dem " gebildet werden, schon eine Expansion erfolgt und deshalb das do - Kommando nicht korrekt läuft.
Eine Concatenierung von Strings wie im sh ist z.Zt. nicht möglich.
Änderungen, die dem technischen Fortschritt dienen, vorbehalten.
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